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Operation Aderlass: Zeugin belastet Hauptangeklagten Schmidt | BR24

© picture-alliance/dpa

Blick in den Gerichtssaal

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    Operation Aderlass: Zeugin belastet Hauptangeklagten Schmidt

    Spannend wurde es am Dienstag in Deutschlands bisher größtem Dopingprozess. Der Hauptangeklagte Mark Schmidt soll sich neben jahrelangem Blutdoping auch der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht haben. Eine Zeugin belastete den Arzt.

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    • BR24 Sport

    Die österreichische Ex-Mountainbikerin Christina Kollmann-Forster hat den angeklagten Arzt Mark Schmidt am Dienstag vor dem Landgericht München II belastet. Schmidt habe an ihr ein neues Dopingpräparat getestet. Dabei handelte es sich um rote Blutkörperchen in getrockneter Form, die in einer Kochsalzlösung aufgelöst der Radsportlerin gespritzt wurden. Schmidt habe ihr gesagt, das Mittel sei steril und es könne ihr nichts passieren. Das Produkt stamme aus Amerika und sei dort unter Spitzensportlern bereits im Umlauf. Damit sollte der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht werden. Also wirkungsgleich wie Blutdoping, nur könne man sich mit dieser Methode das abnehmen und zurückführen des Blutes sparen.

    Ihr Gesundheitszustand habe sich danach verschlechtert. Erst als alles wieder draußen war, sei es ihr wieder besser gegangen, so Kollman-Forster. Wenn sie von den Nebenwirkungen gewusst hätte, hätte sie das Mittel aber nie probiert. Es blieb dann auch bei dem einen gescheiterten Versuch.

    Schmidt hatte bereits vor Wochen in seiner Erklärung den Vorwurf der Körperverletzung zurückgewiesen. Das Präparat zu testen sei einzig und alleine die Entscheidung der Sportlerin gewesen, so Schmidt.

    Strafverfahren gehen in die Verlängerung

    Das Strafverfahren geht vor dem Landgericht München II in die Verlängerung. Nachdem zuletzt mehrere Verhandlungstermine wegen Corona abgesetzt werden mussten, zieht sich der Prozess nun mindestens bis 11. Juni 2021 hin. Ursprünglich sollte noch vor Weihnachten ein Urteil gefällt werden. Am Dienstag veröffentlichte das Oberlandesgericht München aber 16 neue Verhandlungstage im kommenden Jahr. Start ist am 15. Januar. Zuletzt hatten sich die in Untersuchungshaft befindlichen Angeklagten Mark Schmidt und Dirk Q. ebenso wie die Angeklagte Diana So. und ihre Verteidiger in Quarantäne begeben müssen. Im Verfahren "Aderlass" geht es um den Verdacht des verbotenen Eigenblutdopings.