Olympiastadion München

Olympiastadion München

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    Olympiastadion München: Sport- und Kulturstätte mit Zeltdach

    Olympiastadion München: Sport- und Kulturstätte mit Zeltdach

    Das Münchner Olympiastadion zählt zu den wichtigsten Bauten der bundesdeutschen Nachkriegsarchitektur. Es gilt als ein Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt, in dem die DFB-Elf 1974 den WM-Titel und der FC Bayern zahlreiche Siege feierte.

    In loser Serie stellt BR24 Sport Stadien in Bayern vor. Teil 6: Das Olympiastadion München.

    Dazu stellen wir auch jeweils die Frage: "Was wünscht ihr euch für die Zukunft des Stadions?" Schreibt in die Kommentare oder auf unserem Instagram-Kanal BR24 Sport!

    Fakten zum Olympiastadion München

    • Eröffnung: 26.Mai 1972
    • Baubeginn: 9. Juni 1969
    • Baukosten: 137 Mio. D-Mark
    • Architekt: Behnisch & Partner
    • Kapazität: 69.250 Zuschauer

    1966 bekam München den Zuschlag für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 1972. Als Standort für das Olympiastadion wurde das damals freie Oberwiesenfeld ausgesucht. Auf dem ehemaligen Flugplatz Oberwiesenfeld, wo sich heute das Grün des Olympiaparks entfaltet, landeten im Jahr 1938 der britische Premierminister Chamberlain zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Daladier, um mit Hitler und Mussolini das Münchner Abkommen zu verhandeln.

    Futuristische Zeltdachkonstruktion

    Als Vorbild für den Entwurf des Architekturbüros Behnisch & Partner fungierte das Zeltdach des Deutschen Pavillons bei der Weltausstellung 1967 in Montreal, das nach den Plänen von Frei Otto errichtet wurde. Das futuristische Zeltdach galt zur Zeit ihrer Errichtung als optische und statische Sensation.

    Die 74.800 Quadratmeter große Konstruktion überspannt das Olympiastadion, die Olympiahalle und die Olympia-Schwimmhalle. Rund ein Jahr lang mussten die Architekten nachweisen, dass das Zeltdach wirklich konstruierbar sei. Wobei das Problem hinzu kam, dass man eigentlich keine Zeit hatte. Das Architekturmagazin Häuser wählte 2002 dieses Ensemble zum besten deutschen Gebäude aller Zeiten.

    Offizielle Eröffnung am 26. Mai 1972

    Am 26. Mai 1972 wurde das Stadion mit einem Fußballspiel zwischen Deutschland und der UdSSR offiziell eröffnet. Während der Olympischen Spiele (26. August bis 11. September 1972) fanden in der Arena neben der Eröffnungs- und Schlussfeier die Leichtathletik-Wettbewerbe statt, Ulrike Meyfarth, Klaus Wolfermann oder Heide Rosendahl wurden hier bejubelt.

    Ursprünglich sollte die Konstruktion nach den Olympischen Spielen abgebaut werden. Das Echo der Weltpresse, die hier den Charakter der "leichten Spiele" am besten widergespiegelt sah, verhinderte eine Demontage. Das Olympiastadion zählt zu den wichtigsten Bauten der bundesdeutschen Nachkriegsarchitektur und gilt als ein Wahrzeichen Münchens. Seit 1997 steht es unter Denkmalschutz.

    Erst Olympische Sommerspiele, dann Fußball-WM

    Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurden im Münchner Olympiastadion insgesamt fünf Spiele ausgetragen. Höhepunkt war das Finale, in dem sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft durch Tore von Paul Breitner und Gerd Müller mit 2:1 gegen die Niederlande durchsetzen konnte und ihren zweiten Weltmeister-Titel bejubelte.

    Heimstätte des FC Bayern München und der Löwen

    Von 1972 bis 2005 war das Olympiastadion die Heimstätte des FC Bayern München. Zeitweise trug auch der TSV 1860 München seine Bundesliga-Spiele in der "großen Schüssel" aus.

    Das Olympiastadion ist zu zwei Dritteln ein Erdstadion und verfügt neben einem Fußballfeld über eine Leichtathletik-Laufbahn. Seit 2017 besteht die Oberfläche wieder aus einer Naturrasenfläche, nachdem sie fünf Jahre zuvor asphaltiert wurde. Die Arena war deutschlandweit das erste Stadion, das mit einer Rasenheizung sowie einem VIP-Bereich ausgestattet war. Es verfügte weltweit über das modernste Stadionflutlicht, mit dem Tageslicht simuliert werden kann.

    Die britischen Band "The Rolling Stones" spielt im Olympiastadion bei einem Konzert im Rahmen ihrer „Sixty“-Europatour auf der Bühne.

    Bildrechte: picture alliance/dpa/Felix Hörhager

    Kulturstätte: Zahlreiche Großveranstaltungen

    Seit 1982 ist das Olympiastadion die größte Bühne Münchens und wird für Open-Air-Veranstaltungen genutzt. Neben Public-Viewings finden seit dem Auszug der Fußballvereine hauptsächlich Konzerte im Stadion statt.

    Zwischen September 1972 und Dezember 2020 wurden im Olympiastadion 2064 Veranstaltungen aus den Bereichen Sport, Musik und Kultur mit über 52,3 Millionen Zuschauern gezählt. Alle namhaften Künstler und Bands der letzten Jahrzehnte - von Bob Dylan, Bruce Springsteen, Coldplay, Bon Jovi, Robbie Williams über Pink, Genesis, Pink Floyd, AC/DC, die Rolling Stones und Ed Sheeran - gaben sich hier ein Stelldichein.

    Munich 2022

    Daneben gab es dort zahlreiche andere Veranstaltungen wie die Leichtathletik-Europameisterschaften 2002 und Show-Rennen der DTM in den Jahren 2011 und 2012. Wie schon 2002 findet dieses Jahr wieder die Leichtathletik-EM im Olympiastadion statt. Sie sind Teil der European Championships im August.

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