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Olympiasieger Wellinger - das Comeback der "kleinen Brötchen" | BR24

© picture-alliance/dpa

Andreas Wellinger

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    Olympiasieger Wellinger - das Comeback der "kleinen Brötchen"

    Wenn am Wochenende die Skispringer in die neue Saison starten, ist erstmals seit seinem Kreuzbandriss auch Andreas Wellinger wieder dabei. Der Olympiasieger will sich langsam wieder herantasten - oder "kleine Brötchen backen".

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    Ja, Andreas Wellinger ist tatsächlich dabei. Als siebter Skispringer rutschte er ins Aufgebot des Deutschen Skiverbands (DSV) für den Weltcupauftakt am Wochenende im polnischen Wisla.

    "Um den letzten siebten Platz war es ein enges Rennen zwischen Richard Freitag, Andreas Wellinger und David Siegel. Die drei springen eigentlich auf gleichem Niveau. Andreas Wellinger hatte ganz knapp die Nase vorn", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Wellinger kann nach langer Leidenszeit also sein Comeback feiern.

    Wunderdinge erwartet niemand vom einstigen Überflieger aus Ruhpolding. Ein Kreuzbandriss hatte den mittlerweile 25-Jährigen im Juni 2019 jäh gestoppt. Zuschauen und den Teamkollegen die Daumen drücken, war fortan angesagt.

    Erster Schritt in die Normalität

    Die Weltcup-Rückkehr ist allerdings nur ein erster Teilerfolg. "Klar: Ich will wieder ganz nach oben", hatte Wellinger Mitte Oktober im Instagram-Talk von BR24 Sport gesagt: "Aber man kann lange noch nicht sagen, ob es auch bis dahin reicht."

    Wenige Tage vor dem ersten Springen setzt er sich die Ziele dagegen bewusst niedrig. "Die erste Aufgabe wird es, sich überhaupt wieder für die Punkte zu qualifizieren. Erst einmal heißt es kleine Brötchen backen", sagt Wellinger.

    "Mein Ziel ist es, Routine zu sammeln, mich mit einer Startnummer mit den anderen messen zu dürfen. Ich muss erst mal wieder in die Wettkämpfe reinkommen, Punkte sammeln und darf nicht gleich Podestplätze erwarten. Klar ist das ein Ziel. Aber jetzt am Anfang gilt es, wieder in den Wettkampfrhythmus reinzukommen." Andreas Wellinger vor dem Weltcupauftakt

    Das Knie bereitet keine Probleme mehr

    Die wichtigste Botschaft derzeit: Das Knie hält, "der Körper funktioniert gut." Aber: "Die Wettkämpfe werden eine Herausforderung." Skispringen zählt zu den Sportarten, bei denen Training und Wettkampf Welten auseinander liegen.

    Als Wellinger im Oktober bei den Deutschen Meisterschaften erstmals wieder unter Wettkampfbedingungen über den Bakken ging, spielte der Körper zwar mit. Doch mehr als Platz 13 sprang nicht heraus. Das spiegelt in etwa Wellingers derzeitiges Leistungsvermögen.

    "Springerisch habe ich noch Luft", sagt der 25-jährige Oberbayer vor dem Weltcupstart: "In der Vorbereitung ging es, wie so oft im Skispringen, mal besser, mal schlechter - aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden."

    Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens

    Unter Druck setzen will sich Wellinger nach seiner Zwangspause nicht. Er hatte Zeit für die Dinge, die sonst nicht möglich sind. Er schaute beim Ski-alpin-Rennen in Kitzbühel vorbei, feierte Silvester daheim mit der Familie, widmete sich seinem Studium, dem Pilotenschein und vielem mehr – alles Dinge, die im vollgepackten Weltcupkalender der Skispringer sonst nicht möglich sind.

    Die Rückkehr in den Weltcup ist für ihn nicht nur ein Comeback, sondern auch ein Neuanfang. "Den alten Andi Wellinger wird es in der Form nicht mehr geben. Über das Jahr hat sich einiges verändert und weiterentwickelt. Ich würde das Gefühl als neu bezeichnen", sagt er.

    Das deutsche Team für den Weltcupauftakt

    Das Wochenende in Wisla beginnt mit der Qualifikation am Freitag (18.00), am Samstag und Sonntag stehen dann ein Team- und ein Einzelspringen (jeweils 16.00 Uhr) auf dem Programm. Bundestrainer Stefan Horngacher nominierte sieben Springer für den ersten Saisonwettkampf, sechs kommen aus Bayern.

    • Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf)
    • Severin Freund (WSV DJK Rastbüchl)
    • Karl Geiger (SC Oberstdorf)
    • Martin Hamann (SG Nickelhütte Aue)
    • Pius Paschke (WSV Kiefersfelden)
    • Constantin Schmid (WSV Oberaudorf)
    • Andreas Wellinger (SC Ruhpolding)