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Die Olympischen Spiele in Peking sind umstritten. Die Bedingungen vor Ort sind schlecht, hinzu kommt noch die politische Debatte um Menschenrechtsverletzungen in China. Auch Rennrodler Felix Loch macht sich im Olympia-Podcast Gedanken um Peking.

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Olympia-Skepsis auch bei Rodler Felix Loch

Die Olympischen Spiele in Peking sind umstritten. Die Bedingungen vor Ort sind schlecht, hinzu kommt noch die politische Debatte um Menschenrechtsverletzungen in China. Auch Rennrodler Felix Loch macht sich im Olympia-Podcast Gedanken um Peking.

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Seine Rodel-Kollegin Natalie Geisenberger hatte im BR-Interview für die ARD-Sportschau bereits die katastrophalen Umstände in China thematisiert. Sie schloss einen Boykott der Winterspiele in Peking für sich nicht aus. "Die Bedingungen, die wir da vor Ort erlebt haben, die sprechen dafür, da nicht unbedingt noch einmal hinzufahren. Ich überleg jetzt selbst für die Olympischen Spiele - mit den Erfahrungen von jetzt -, ob ich mir das noch einmal antun würde", sagte die Doppel-Olympiasiegerin.

Loch: "Ich könnte es mir überhaupt nicht vorstellen, da zu leben"

Auch Felix Loch bezog zu den Winterspielen im Olympia-Podcast Stellung. Ebenso wie Geisenberger macht er sich seine Gedanken über Peking 2022. Mit der völkerverbindenden, olympischen Idee haben die Spiele für ihn dieses Mal nicht ganz so viel zu tun: "Das, was jetzt im Februar ansteht, wird halt am Ende irgendeine Arbeit, die man erledigt. Und wenn es geht, dass man dann erfolgreich heimfährt", sagt er. "Ich hoffe, dass man dann so schnell, wie es geht, wieder weg ist." Er wolle "maximal einmal" noch nach China, zum Yanqing Sliding Center, fahren - "und dann nie wieder".

Die Skepsis und das große Unbehagen der Athleten hat Gründe. Loch und Geisenberger haben harte Tage in China erlebt. Loch musste drei Tage, Geisenberger mehr als eine Woche in Quarantäne, sie hatten bei der Anreise Kontakt zu einer in China positiv auf Corona getesteten Person. Die Berchtesgadener Trainingspartner haben sich "nur beim Fahren" gesehen, erinnert sich Loch. "Wenn du nur von Zimmertür zu Zimmertür gegangen bist, hat es sofort wieder Nachrichten gescheppert: 'Maske aufsetzen!' Nicht von unseren Trainern, sondern vom Hotel. Die beobachten dich, du hast da kein freies Leben. Ich könnte es mir überhaupt nicht vorstellen, da zu leben", berichtet er.

"Käfer" im Wohnzimmer des Quarantäne-Hotels

Und dann kam im deutschen Team auch noch ein positiver Corona-Test bei Doppelsitzer-Rodler Tobias Arlt dazu: Loch hat mitbekommen, dass sein Vater, Bundestrainer Norbert Loch, an der Strecke einen Anruf bekam.

Danach ging dann alles ganz schnell, Arlt und sein Doppelsitzer-Kollege Tobias Wendl durften nicht mehr starten: "Der Tobi Arlt ist abgeholt worden an der Bahn – noch im Anzug musste er in den Krankenwagen. Und dann war der zwei Tage lang in einem Quarantäne-Hotel, was – ich muss fast sagen – a bissl menschenunwürdig ist. Dort sind Käfer herumgekrabbelt bei ihm im Wohnzimmer. Es war der Worst Case."

Arlts Corona-Test war falsch-positiv

Ohnehin die Corona-Maßnahmen: Die meiste Zeit hatten Loch und die anderen Rodler mit komplett in Schutzanzüge gehüllte Menschen zu tun, erinnert sich der 32-Jährige. Sie wurden jeden Tag auf das Corona-Virus getestet: "Ich kann mir nicht vorstellen, wie dieser Aufwand mit den Testungen bei Olympia funktionieren soll. Da kommen ja nicht nur 300 Leute wie bei uns."

Der 34-jährige Arlt konnte sich übrigens freitesten, offenbar war der Ausschlag bei ihm falsch-positiv. Auch Arlt zeigt sich kritisch: "Wenn es grundsätzlich heißen würde vom DOSB, wir empfehlen euch, dort nicht hinzufahren, dann bin ich auch bereit, nicht hinzufahren." Loch beschäftige dagegen nach den knapp drei Wochen an der neuen Olympia-Bahn eines noch immer: "Wo ich mir im Nachhinein schon Gedanken mache, ist: Wie kann ich in so ein Land Olympische Spiele vergeben?"

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