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Ohne Zuschauer: Sportler fürchten um die Existenz | BR24

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Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds

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Ohne Zuschauer: Sportler fürchten um die Existenz

Noch immer dürfen keine Zuschauer in die Stadien. Funktionäre befürchten drastische Auswirkungen, allen voran DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Große Sorgen machen sich auch die bayerischen Vereine.

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Von
  • Robert Müller
  • Tobias Barnerssoi

Alfons Hörmann, der Chef der deutschen Olympioniken, hat nach dem Beschluss der Politik, bis mindestens Ende Oktober keine Zuschauer im Profisport zu erlauben, vor gravierenden Folgen gewarnt.

"Jeder zusätzliche Monat mit massiven Beschränkungen im Sport, wie nunmehr weiterhin durch Veranstaltungen ohne Zuschauereinnahmen, führt dazu, dass wir unser wertvolles Angebot im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich nicht auf dem bewährten Niveau aufrechterhalten können", wird Hörmann in einer Stellungnahme zitiert.

Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes sieht einen "immer schwierigeren Spagat" für den deutschen Sport. Zwar trage man die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung mit. Fakt sei "aber auch, dass jede Verlängerung der Einschränkungen im Sport eine wachsende Gefahr für Vereine, Verbände, Ligen sowie Veranstalter und damit für die Vielfalt von ganz Sportdeutschland darstellt", warnte Hörmann.

DEB-Präsident Reindl: weitere Verschiebung "richtiges Problem"

Die Deutsche Eishockeyliga (DEL) hat den Saisonstart sowieso schon auf den 13. November verschoben – in der Hoffnung, dass bis dahin wieder Zuschauereinnahmen fließen. "Ich sehe die DEL momentan schon in der Gefahr, dass die dann sogar erst nach dem (Anm. d. Red.:13. November) spielen", befürchtet Franz Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), und ergänzt: "Dann hätten wir ein richtiges Problem".

Deggendorf-Geschäftsführer Liebergesell: "große, große Schwierigkeiten"

In der Oberliga spielen zahlreiche Traditionsvereine, von denen viele ums Überleben kämpfen. Ohne Zuschauer werden sie den Spielbetrieb nicht aufrechterhalten können. Und das bringe die Vereine "in große, große Schwierigkeiten", sagt der Geschäftsführer des Deggendorfer SC Stefan Liebergesell. Im Notfall müsse man "dann einfach kucken, in erster Linie den Nachwuchsspielbetrieb zu sichern, dass die Kinder wenigstens ihrem Hobby weiter nachgehen können", meint der Vereinschef.

SpVgg Unterhaching-Präsident Schwabl: "drastische Auswirkungen"

Auch den Fußball trifft die Entscheidung, noch länger Geisterspiele absolvieren zu müssen, hart. Die üppigen Fernsehgelder fließen nur in der 1. und 2. Bundesliga. Eine Ebene tiefer war bereits die vergangene Saison ein Überlebenskampf. Jeder habe gehofft, "dass es dann in der neuen Saison anders wird. Aber nach der Entscheidung jetzt glaub ich, verlängert sich das Ganze noch einmal", sagt der Präsident der SpVgg Unterhaching Manfred Schwabl. Und das werde "drastische Auswirkungen auf die Finanzlage haben", lautet das Fazit des Vereinschefs.

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Noch immer dürfen keine Zuschauer in die Stadien. Funktionäre befürchten drastische Auswirkungen, allen voran DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Große Sorgen machen sich auch die bayerischen Vereine.

Unterstützung aus der Politik gefordert

"Ohne Unterstützung von Bund, Ländern und Kommunen werden alle betroffenen Sportorganisationen mehr und mehr massiv in ihrer Existenz bedroht", befürchtet DOSB-Präsident Hörmann. Wie er hofft auch Schwabl auf die Politik, dass "eine gewisse Kompensation" geschaffen werde. Darauf setzt auch Liebergsell. Die "Wunschlösung in der aktuellen Situation“ beschreibt er folgendermaßen: "Ein guter Mix aus staatlicher Förderung und Zuschauern."

Schlechte Aussichten bis zum Jahresende

Bei letzterem ist aber die Politik gefragt. Wenn Ende Oktober die Arbeitsgruppe der Staatskanzleichefs immer noch keine Zuschauer zulässt, dann könnten einige Profi-Ligen in diesem Jahr gar nicht mehr spielen.