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Nürnberg sucht nach einer desolaten Hinrunde Stabilität | BR24

© picture alliance/dpa

Die Mannschaft des 1. FC Nürnberg

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    Nürnberg sucht nach einer desolaten Hinrunde Stabilität

    Nach einer desolaten Hinrunde will der 1. FC Nürnberg mit dem neuen Trainer Jens Keller und defensiven Neuzugängen die Trendwende schaffen. Spielerisch und kämpferisch muss sich die Mannschaft dafür extrem steigern.

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    So lief die Hinrunde

    Kurz und knapp: Trostlos. Der Club wollte um den Wiederaufstieg mitspielen und fand sich zur Winterpause auf dem Relegationsplatz, allerdings dem falschen am Tabellenende, wieder. Nach dem 1:3 beim VfL Bochum und nur drei Siegen aus den ersten zwölf Ligaspielen wurde der zu Saisonbeginn neu verpflichtete Chefcoach Damir Canadi entlassen. Der zwischenzeitliche Tiefpunkt war eine 1:5-Niederlage gegen Arminia Bielefeld.

    Auch der neue Trainer Jens Keller konnte bislang keine Wende herbeiführen. Immerhin zu einem 0:0 im Derby gegen Greuther Fürth und einem 2:0-Sieg gegen Dynamo Dresden im letzten Spiel des Jahres führte er die Mannschaft. Insgesamt zeigte Nürnberg aber zu keiner Zeit der Hinrunde den Fußball, den sie spielen wollten und knackten interne Negativrekorde: Wenig Ballbesitz, eine schwache Passquote und der schlechteste Zweikampfwert der Liga (47,4 Prozent) sprechen Bände.

    Wer kommt, wer geht

    Nürnberg verstärkt vor allem die Abwehr: Vom FC Arsenal kommt der talentierte griechische Innenverteidiger Konstantinos Mavropanos auf Leihbasis, dazu wechselt der erfahrene Rechtsverteidiger Philip Heise, ebenfalls ausgeliehen von der Insel, zum Club. Beide sollen den Mittelfranken direkt weiterhelfen, wie Trainer Jens Keller das Anforderungsprofil umriss. Umgekehrt verlässt Alexander Fuchs, der aber noch kein Zweitligaspiel bestritten hat, den Verein.

    Pech hatten die Nürnberger in der Hinrunde auf der Torhüterposition mit vier Verletzten, wodurch der nicht immer sichere Felix Dornebusch zur Nummer eins aufrückte. Allerdings verletzte sich der 25-Jährige am Montag im Trainingslager der Franken am rechten Ellenbogen. Nach Vereinsangaben fällt er "mehrere Wochen aus". Damit ist Stammtorwart Christian Mathenia drei Monate nach einem Kniescheibenbruch wieder gefordert.

    Der Trainer

    Jens Keller setzt in Nürnberg erst einmal auf Stabilität und defensive Ordnung, das zeigen die Neuverpflichtungen wie die Winter-Vorbereitung. In den ersten Spielen der Hinrunde gelang aber noch keine wirkliche Trendwende - im Gegenteil: Nürnberg verlor zwischenzeitlich gegen den Tabellenletzten SV Wehen Wiesbaden mit 0:2. Bei seiner letzten Station in Ingolstadt schaffte es Keller in einer ähnlichen Ausgangsposition nicht, die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Beim 1. FC Union Berlin zeigte er immerhin vorübergehend, dass er ein Team im Aufstiegskampf führen kann, aber letztlich scheiterte er auch dort.

    Erwartungen an die Rückrunde

    Das 5:2 im freilich nicht sehr aussagekräftigen Test gegen den FC Bayern hat Mut gemacht. Das Selbstvertrauen, das die Mannschaft in diesem Spiel gewonnen hat (auch wenn es zeitweise nur gegen die B-Elf der Münchner ging), will Keller in die zweite Saisonhälfte mitnehmen. Spielerisch hat die Mannschaft auf alle Fälle das Potenzial, sich möglichst schnell aus dem Tabellenkeller zu befreien. Kämpferisch muss der Club zulegen. Die Erwartung ist dennoch klar: Der FCN soll nichts mit dem Abstieg zu tun haben und sich möglichst schnell im gesicherten Mittelfeld festsetzen. Das kann und wird auch gelingen.