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Nürnberg Ice Tigers: Mission Impossible oder Überraschungscoup? | BR24

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Die Nürnberg Ice Tigers blicken auf eine verkorkste Saison zurück. Jetzt wollen die Franken fast runderneuert noch einmal richtig angreifen - auch um ihren Hauptsponsoren gebührend zu verabschieden.

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Nürnberg Ice Tigers: Mission Impossible oder Überraschungscoup?

Die Nürnberg Ice Tigers blicken auf eine verkorkste Saison zurück. Jetzt wollen die Franken noch einmal richtig angreifen - auch um ihren Hauptsponsoren gebührend zu verabschieden. Doch die ersten Leistungsträger sind bereits schon wieder verletzt.

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So lief die vergangene Saison

Am Ende der letzten Hauptrunde stand mit Hängen und Würgen Platz zehn – so schlecht schnitten die Nürnberger in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) seit 2012 nicht mehr ab. Über die Pre-Play-offs ging es dann zwar noch ins Viertelfinale. Da war dann gegen den späteren Meister Adler Mannheim aber relativ schnell Schluss. Das 1:4 in der Serie war das Ende einer verkorksten Saison, die mit dem Rauswurf von Trainer Kevin Gaudet nach nur vier Spieltagen begann.

Ein weiteres Problem der Franken waren von Angang an die zum Teil monatelangen Verletzungen von Leistungsträgern. Die Folgen sind heute noch spürbar: Es gibt Einschnitte im Etat, etliche Topspieler der Franken haben den Verein verlassen und das I-Tüpfelchen: Hauptsponsor Thomas Sabo steigt zum Saisonende aus.

Wer kommt, wer geht

Die Ice Tigers haben ihr Gesicht im Sommer gewaltig verändert. Sportdirektor und Trainer Martin Jiranek, eine absolute Nürnberger Ikone. verdient sein Geld nun in Bremerhaven. Neuer Sportboss ist der bisherige Nachwuchschef des Stammvereins EHC 80, Andre Dietzsch.

Und auch von insgesamt 13 Spielern hieß es Abschied nehmen. Am schwersten zu verkraften ist wohl der Abgang von Olympiasilberheld Leo Pföderl. In den vergangenen Spielzeiten produzierte er bereits häufig Tore am Fließband , viele halten ihn auf Sicht für den stärksten deutschen Stürmer in der DEL. Pföderl spielt nun für Berlin. Den Kölner Haien hat sich Jason Bast angeschlossen, ein unermüdlicher Arbeiter mit Drang zum Tor. Und Shawn Lalonde, ein schussstarker Verteidiger irgendwo auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn, ist in der russischen KHL gelandet.

Zwölf neue Spieler kamen im Sommer dazu. Junge Talente wie die Stürmer Joachim Ramoser oder Andreas Eder kennt man bereits aus der Liga, andere Spieler sind noch unbekannt. Jim O'Brien etwa, ein echter Allrounder oder Chris Summers: 70 Spiele in der NHL, weit über 500 in der AHL. Markenzeichen: Zweikampfstärke und Spielübersicht. Eher atypisch für einen Verteidiger ist Neuzugang Kevin Schultze. Nicht mal 70 Kilo schwer und nur 1,76 Meter groß, aber enorm bissig und wendig.

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Die Ice Tigers: Für den mittlerweile 28-jährigen Torhüter Niklas "Turtle" Treutle mehr als nur ein Eishockeyklub. Treutle ist der einzige gebürtige Nürnberger im Kader des mittelfränkischen DEL-Klubs.

Der Trainer

Kurt Kleinendorst ist im Gespräch ein netter Kerl, der viel lacht und mit dem man gerne auch mal am Abend weggehen würde. In der Kabine ist er aber ein gewiefter Taktiker und Motivator. Der 58-Jährige weiß, was machbar ist, und versucht das Bestmöglichste rauszukitzeln. Dass er es mit Verletzungssorgen zu tun hat, lässt Kleinendorst weitestgehend kalt - er verweist auf die fitten Spieler, die noch da sind.

"Es ist das letzte Jahr von Thomas Sabo als Hauptsponsor. Jeder weiß, dass er immer den Titel gewinnen wollte. Was wäre das für eine Geschichte, wenn es klappt. Aber wir wissen alle: Das wird ein verdammt harter Weg." Kurt Kleinendorst, Trainer der Nürnberg Ice Tigers
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"Es ist das letzte Jahr von Thomas Sabo als Hauptsponsor. Jeder weiß, dass er immer den Titel gewinnen wollte. Was wäre das für eine Geschichte, wenn es klappt", sagt Ice-Tigers-Coach Kleinendorst vor der neuen DEL-Saison.

Die Erwartungen an die Saison

Mission Impossible oder Überraschungscoup? Die Ice Tigers sind in dieser Saison eine Wundertüte. Die ersten Leistungsträger sind bereits schon wieder verletzt, andere - wie Kapitän Patrick Reimer oder Tom Gilbert - schon weit über Mitte 30. Was aber nicht heißt, dass sie satt sind: Reimer ist mit 340 DEL-Treffern der Tor-Rekordhalter und will noch einige nachlegen.

Auch Brandon Buck, Will Acton oder der momentan verletzte Philippe Dupuis sind Leute, die in der Vergangenheit schon gezeigt haben, was sie können. Die Verteidigung kann sich auf dem Papier durchaus sehen lassen, und Torwart Niklas Treutle - übrigens der einzige gebürtige Nürnberger im Team - gehört zu den stärksten der Liga.

Insofern ist den Franken der Gang in die Play-offs zuzutrauen. Aber es bleiben Fragen offen: Wie lange fallen die Leistungsträger aus und wie geht's nach der Saison weiter nach dem Ausstieg des Hauptsponsors? Auch wenn im Hintergrund gute Gespräche laufen sollen, ist noch einiges unklar und könnte Unruhe in den Verein bringen.