Nordische Kombiniererin Jenny Nowak

Nordische Kombiniererin Jenny Nowak

Bildrechte: picture alliance/dpa | Tom Weller
    > Sport >

    Nordische Kombiniererinnen nicht zu Olympia 2026 zugelassen

    Nordische Kombiniererinnen nicht zu Olympia 2026 zugelassen

    Das IOC hat bekanntgegeben, dass die Nordischen Kombiniererinnen bei den Winterspielen 2026 wieder nicht zum olympischen Programm gehören. Die Männer dürfen 2026 noch starten, aber die Olympische-Zukunft der gesamten Sportart danach bleibt offen.

    Der Olympia-Traum der Nordischen Kombiniererinnen platzt: Sie dürfen auch 2026 nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. Grund dafür ist laut IOC, dass die Frauen bisher nur eine Weltmeisterschaft mit Teilnehmerinnen aus nur zehn verschiedenen Ländern gehabt hätten.

    Die Disziplin ist den Verantwortlichen noch zu jung und es fehle vor allem an internationalen Athletinnen. Für eine Aufnahme ins Programm 2030 wolle man eine «deutlich positive Entwicklung» sehen, sagte IOC-Mitglied Karl Stoss. Für die Kombiniererinnen ist es bereits der zweite Rückschlag nach der Nicht-Zulassung für Olympia in Peking 2022.

    Unverständnis beim DSV

    Die Reaktion des DSV-Teammanagers Horst Hüttel zeigt, wie einschneidend die Entscheidung für den Verband und die Sportler ist: "Ich bin richtig frustriert, ich müsste lange überlegen, wann ich das letzte Mal in meinem Leben so enttäuscht und frustriert war, wie ich jetzt in diesem Moment bin." Er könne die Entscheidung des IOCs nicht verstehen, da sie sich selbst für Geschlechtergleichheit einsetze. Das IOC hatte eigens dafür eine neue Kommission eingerichtet.

    Forderungen seien erfüllt worden

    Die FIS habe alle geforderten Maßnahmen des IOCs erfüllt, sagt Hüttel: "die Errichtung von Weltmeisterschaften, Einbau in den Weltcup, Aufbau eines Nachwuchssystems - alles erfüllt." Ins Programm der Youth Olympics sind die Frauen daraufhin aufgenommen worden. Jetzt die erneute Olympia-Absage: Eine Entscheidung, die Hüttel "eine Farce" und "niederschmetternd" nennt. Sie widerspreche dem moralischen, ethischen Grundgedanken des olympischen Sports.

    Auswirkungen auch für die Männer

    Die Männer dürfen 2026 trotzdem an den Winterspielen teilnehmen, da sie sich bereits in der Vorbereitung auf diese befinden. Doch auch die Zukunft der nordischen Königsdisziplin bei den Männern darf als bedroht angesehen werden.

    Das ausschlaggebende Argument für den Verbleib der Nordischen Kombination im olympischen Programm für Mailand/Cortina 2026 war die Situation der männlichen Athleten, für die die Olympischen Spiele nur noch dreieinhalb Jahre entfernt sind und die sich bereits seit vielen Jahren auf diese Spiele vorbereiten. - Karl Stoss (IOC)

    Wie geht es weiter?

    Damit die Nordische Kombination auch 2030 bei den Olympischen Winterspielen dabei sein kann, müsse sich die Sportart vor allem bei den Frauen, aber auch bei den Männern, weiterentwickeln. Bemängelt wurde unter anderem, dass die insgesamt 27 Medaillen bei den letzten drei Winterspielen in der Nordischen Kombination nur an Sportler aus vier Nationen gingen. Auch das Zuschauerinteresse sei gering. Stoss sprach eindeutig von einem "Signal auch an die Männer für die Zukunft."

    Mögliches Olympia-Aus ab 2030

    Bei Olympia gilt inzwischen der Grundsatz der Gleichberechtigung, sodass die Wettbewerbe aller Disziplinen für Männer und Frauen ausgetragen werden. Sollten die Frauen für die Winterspiele 2030 wieder nicht zugelassen werden, droht der gesamten Sportart das Olympische-Aus. Hinzu kommt, dass die Veränderungen, die das IOC für eine Zulassung fordert, laut Hüttel nun noch schwerer umzusetzen seien. Grund dafür seien finanzielle Mittel, die den Frauen aufgrund der Olympia-Absage nun fehlen würden. Die Olympische-Zukunft der Nordischen Kombination bleibt also unsicher.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!