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Niersbach in Quarantäne - "Sommermärchenprozess" unterbrochen | BR24

© picture-alliance/dpa

Wolfgang Niersbach (r.) mit Entourage vor dem Gerichtsgebäude in Bellinzona

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    Niersbach in Quarantäne - "Sommermärchenprozess" unterbrochen

    Der in der Schweiz angeklagte Ex-Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Wolfgang Niersbach, ist wegen eines Coronavirus-Verdachtsfalls in seinem Umfeld in Quarantäne gegangen. Der "Sommermärchen-Prozess" wurde deshalb unterbrochen.

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    Deshalb wurde der Prozess in Bellinzona im Kanton Tessin am Donnerstag (12.03.2020) bis auf Weiteres unterbrochen. An der Schule von Niersbachs Stiefsohn habe es den Verdachtsfall gegeben, sagten seine Anwälte. Wann die Verhandlung fortgesetzt wird, sagte die Richterin nicht. Ende April verjährt das Delikt.

    Niersbach (69) steht in dem Prozess um dubiose deutsche Millionenzahlungen im Rahmen der Fußball-WM 2006 vor Gericht. Angeklagt sind auch die früheren Funktionäre des Deutschen Fußballbundes Theo Zwanziger (74) und Horst R. Schmidt (78) sowie der Ex-Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes FIFA, Urs Linsi (70).

    Niersbach: "Will mich von dem Albtraum befreien"

    Zum Prozessauftakt war Niersbach noch überraschend erschienen, während sich die anderen drei deutschen Angeklagten mit Attesten entschuldigen ließen. Nach der Vertagung des Prozesses auf Mittwoch erschien auch Urs Linsi.

    "Ich bin angereist gegen den eindringlichen Rat meines Arztes", hatte Niersbach über seine Anwälte mitteilen lassen. "Doch ich muss dieses gesundheitliche Risiko in Kauf nehmen, weil ich mich endlich vom Albtraum dieses über vier Jahre dauernden Verfahrens befreien will." Er wolle verhindern, dass in seiner Abwesenheit verhandelt wird. Er weise alle Vorwürfe zurück, weil sie völlig haltlos seien. "Mein Ziel und Wunsch ist es, durch einen fairen Prozess den Schlussstrich ziehen zu können. Und zwar mit einem eindeutigen Freispruch."