BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BIKU e.V.
Bildrechte: BIKU e.V.

Training bei "Mädchen an den Ball"

Per Mail sharen

    Neues Breitensportangebot "Mädchen an den Ball"

    Wenn es in der Nachbarschaft einen oder zwei Buben gibt, ist ein Ball oft nicht weit. Für Mädchen ist Fußball noch immer nicht so selbstverständlich. "Mädchen an den Ball" will das ändern.

    Per Mail sharen
    Von
    • Petra Martin

    Herkunft, Sprache, gesellschaftliche Schicht spielen keine Rolle, wenn der Fuß den Ball geschickt kicken kann. Weil das aber nach wie vor hauptsächlich für Buben gilt, gibt's in München speziell für Mädchen ein unverbindliches Fußball-Angebot: "Mädchen an den Ball".

    Mehr Breiten- als Wettkampfsport

    "Ziel des Projekts ist es, niederschwellige und breitensportbetonte Angebote für Mädchen zu schaffen", sagt Initiator Willi Wermelt über das Projekt. Wettkämpfe stehen hier nicht im Vordergrund, es gibt keine Vereinszugehörigkeit und keine Kosten: "Es geht vor allem darum, den Spaß und die Freude am Fußballspielen weiterzugeben."

    Sieben Standorte in München

    Das Training findet zur Zeit an sieben Standorten in München statt, soll aber künftig auf ganz Bayern ausgeweitet werden. Viele Eltern schätzen vor allem die Unverbindlichkeit. Die Mädchen können später kommen oder auch früher abgeholt werden und wer eine Woche aussetzen mag, kann auch das machen.

    Spaß und Teamfähigkeit im Mittelpunkt

    "Ich finde es gut, dass es keinen Druck und keine Pflichtspiele gibt. Die Kinder haben davon in der Schule schon genug", sagt eine Mutter am Spielfeldrand. Der Spaß und die Teamfähigkeit zählen bei "Mädchen an den Ball" mehr als die Tore.

    Dass auch das motiviert, weiß Trainerin Janine Schmidt. Die Mädchen laufen nacheinander von der Grundlinie über den Rasen, schnappen sich dann einen Ball, den sie geschickt durch einen Hütchen-Parcours dirigieren, um ihn dann ins Tor zu schießen. Die anderen Mädchen feuern die Läuferin lautstark an. Ob der Ball im Tor gelandet ist, kann im Jubel keine so genau sagen.

    Janine Schmidt ist Studentin und eine der wenigen weiblichen Fußballtrainerinnen. Sie findet Angebote wie "Mädchen an den Ball" wichtig. Denn auch, wenn Frauenfußball nicht mehr so exotisch ist wie vor 20 Jahren, ist es für Mädchen noch immer nicht selbstverständlich, dass sie Fußball spielen.

    "Die Jungs schießen so hart"

    Auf dem Pausenhof oder in der Nachbarschaft mit den Jungs zu kicken, macht keinen Spaß. "Da dürfen wir nur im Tor stehen oder Schiedsrichter sein", klagt Erstklässlerin Nada. "Und die Jungs schießen so hart", pflichtet ihre Freundin Julie bei. Hier beim Mädchen-Kicken ist das anders: "Wir halten zusammen und vertrauen uns."

    Fußballspielen ohne Druck, in lockerer Atmosphäre - das macht den Mädchen Spaß. Die Stimmung ist fröhlich und locker, die Mädchen passen sich die Bälle zu und feuern sich gegenseitig an.

    Janine Schmidt gibt Tipps, damit die Ballannahme noch besser klappt. Die zwei Stunden hier auf dem Rasen sind wie im Flug vergangen. Jetzt werden noch die Bälle ins Netz gepackt, die Hütchen sind auf einem hohen Turm aufgestapelt und dann heißt es: "Bis nächste Woche!"