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Neue Skate-Trainingsanlage für Freestyler und Snowboarder | BR24

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Das Fehlen einer eigenen Skateanlage war bisher das große Manko, wenn es beim Deutschen Skiverband und bei Snowboard Germany um optimale Trainingsbedingungen ging. Eine neue Anlage in Berchtesgaden schließt nun diese Lücke.

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Neue Skate-Trainingsanlage für Freestyler und Snowboarder

Das Fehlen einer eigenen Skateanlage war bisher das große Manko, wenn es beim Deutschen Skiverband und bei Snowboard Germany um optimale Trainingsbedingungen ging. Eine neue Anlage in Berchtesgaden schließt nun diese Lücke.

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Zehn Jahre hat es gedauert, bis die deutschen Freestyler - egal, ob auf Skiern oder auf dem Snowboard - eine eigene Skateanlage auf deutschem Boden nutzen können.

Endlich, werden die Sportler der Freestyle-Disziplinen sagen, die zuletzt ins Ausland ausweichen mussten, um Trainingsbedingungen vorzufinden, die ihnen im internationalen Wettbewerb annähernd Chancengleichheit garantierten. Immer wieder war eine solche Anlage in den letzten Jahren geplant worden. Allein: Es fehlte der Wille und vor allem wohl das Geld, um die Pläne in die Tat umzusetzen.

Doch das ist nun Vergangenheit: Mit der Skateanlage an der Christophorusschule Berchtesgaden, einer Eliteschule des Sports, haben Snowboard Germany und der Deutsche Skiverband die Trainingsinfrastruktur für die Freestyle-Athleten am Stützpunkt in Berchtesgaden ausgebaut.

Nach der Abnahme der Anlage am Dienstag (20.07.2020) durch den TÜV wird die Skateanlage fester Bestandteil des Trainingsprogramms. Die Finanzierung kommt zu großen Teilen aus der DOSB-Initiative "Die Sieger-Chance" sowie von Spenden der Kinder- und Jugendstiftung CJD sowie des SV Chiemgau.

© Snowboard Germany

Die neue Skateanlage in Berchtesgaden während des Baus

"Wichtiger Baustein für mehr Trainingsqualität"

Für Projektleiter und Co-Bundestrainer Freestyle, Friedl May, ist die neue Anlage ein Meilenstein in der Trainingsarbeit: "Die Skate-Anlage ist ein weiterer wichtiger Baustein für mehr Zentralität und Trainingsqualität: Die Ansteuerung auf dem Skateboard ist ähnlich wie auf Schnee – und wir haben jetzt die Möglichkeit, das ganze Jahr vor unserer Haustüre am Board-Gefühl zu arbeiten."

"Das ist ein riesengroßer Step in der Entwicklung des Freestyle-Stützpunktes. Und auch für mich persönlich ein Riesen-Highlight. Ich bin seit 2012 im Verband und habe das Thema Skatepark und speziell das Thema Vertramp vor sechs oder sieben Jahren zum ersten Mal angesprochen. Definitiv ein großer Sprung für die Freestyle-Szene." Co-Bundestrainer Friedl May

Ein Schritt näher an die Weltspitze

Vor allem kürzere Wege, mehr Zentralität und Boardtraining das ganze Jahr über versprechen sich May und die Sportler von der Neuerung: "Ich sehe vor allem im Nachwuchsbereich großes Potenzial im Skate-Training. Man hat ein extrem hohes Wiederholungspotenzial, verliert keine Zeit durch Liftfahren bzw. Shaping. Das ist ein entscheidender Faktor, wenn man in der Weltspitze mitspielen will und ein klarer Wettbewerbsvorteil: Im Sommer, wenn sich andere 'nur' fit halten, können wir weiter sportartspezifisch trainieren."

Zwar sei Skate- nicht gleich Schneetraining. "Aber das Skateboard hat hohe koordinative Anforderungen. Wenn ich das Skateboard kontrollieren kann, kann ich das im Winter auf dem Snowboard auch", so May: "Und auch die Lande- und Absprungspezifik ähneln sich.“

Nächstes Ziel: ein eigenes Landing Bag

Vollends zufrieden ist May aber immer noch nicht: "Der letzte Step wäre ein eigenes Landing Bag. Das wäre das I-Tüpferl und meiner Meinung ein Muss, wenn man auf Dauer ganz vorne mitspielen will. Es gibt so viele Nationen, die das ganze Jahr auf einem Landing Bag trainieren, jeden Trick hunderte Male wiederholen. Da müssen wir auch hinkommen." Es gibt also weiterhin viel zu tun, wenn es um die Trainingsbedingungen der deutschen Freestyler geht.