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Joachim Löw und Jérôme Boateng

Damals steckte der FC Bayern in der Krise. Bei den Nations-League-Spielen gegen die Niederlande und Frankreich sollten die Bayern-Spieler trotzdem eine Führungsrolle übernehmen. Daran ließ die sportliche Leitung der Nationalmannschaft am 10. Oktober 2018 keine Zweifel aufkommen. "In der Nations League darf man sich nichts erlauben. Bei einer Niederlage hat man es schon nicht mehr selbst in der Hand", sagte Löw-Assistent Marcus Sorg im Vorfeld. Deshalb sei der Trainerstab froh, dass es im DFB-Team eine Achse mit Mats Hummels, Jérôme Boateng, Thomas Müller und dem Ex-Münchner Toni Kroos gebe.

"Es sind Topspieler. Das hat auch die Tatsache gezeigt, dass sie nach der WM einen sehr guten Start bei Bayern hatten. Es ist unglaublich wichtig, dass wir so eine Achse haben." Nationalmannschafts-Co-Trainer Marcus Sorg im Oktober 2018

Neuer auch nicht mehr unantastbar

Der große Bayernblock ist nach dem Besuch von Joachim Löw bei den Münchnern jetzt allerdings Schnee von gestern - nur fünf Monate nach den vermeintlich so deutlichen Aussagen pro FC-Bayern-Achse. Von Marcus Sorg allerdings, der ja auch längst kein Teil des Nationalmannschafts-Teams mehr ist.

Auch Kapitän und Stammtorhüter Manuel Neuer darf sich nach den jüngsten Aussagen von Löw wohl nicht mehr sicher fühlen. Marc-André ter Stegen hat aufgrund seiner starken Leistungen beim FC Barcelona eine echte Chance auf den Status als Nummer eins.

Löw blickt momentan ganz offensichtlich viel lieber voraus, als er dass er zurückblickt. Mit den freigewordenen Plätzen können sich jetzt junge Spieler wie Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Niklas Süle, Kai Havertz und Leroy Sane nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine verstärkt entfalten.