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Natalie Geisenberger: Nach der Babypause zurück in der Eisrinne | BR24

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Rodlerin Natalie Geisenberger bereitet sich nach ihrer Babypause auf die Rückkehr in den Weltcup-Zirkus vor. Die viermalige Olympiasiegerin will wieder an ihre Erfolge anknüpfen. Der Sport ist allerdings nicht mehr die Nummer eins in ihrem Leben.

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Natalie Geisenberger: Nach der Babypause zurück in der Eisrinne

Rodlerin Natalie Geisenberger bereitet sich nach ihrer Babypause auf die Rückkehr in den Weltcup-Zirkus vor. Die viermalige Olympiasiegerin will wieder an frühere Erfolge anknüpfen. Der Sport ist allerdings nicht mehr die Nummer eins in ihrem Leben.

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Die Rennrodlerinnen steuern dem Saisonauftakt Ende November in Innsbruck entgegen. Fünf Athletinnen kämpfen um die vier Startplätze im Weltcup. Gesetzt ist Julia Taubitz als Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison. Deutschlands erfolgreichste Rodlerin Natalie Geisenberger muss sich nach einem Jahr Babypause dagegen erst wieder beweisen.

"Ich war wahnsinnig nervös vor dem ersten Lauf", erzählte Natalie Geisenberger im MDR. Sie habe aber schnell gemerkt: "So viel habe ich gar nicht verlernt." Und "es hat Spaß gemacht ohne Ende." Nur das Feingefühl hat der 32-Jährigen in der Eisrinne noch ein bisschen gefehlt. Aber insgesamt hat sie schon wieder "ein gutes Gefühl".

Prioritäten haben sich verschoben

Geisenberger hat nach der Geburt ihres Sohnes im Mai zwar schon Ende Juni wieder mit der Saisonvorbereitung begonnen. Dennoch sei das natürlich schon spät. Deshalb "fehlt mir viel Training." Sie habe versucht aufzuholen. Aber die Prioritäten haben sich verschoben. Jetzt "kommt zuerst das Kind, und dann der Sport."

Damit sie alles unter einen Hut bringt, plant sie ihr Training um das Kind herum. Dafür muss sie auch früh aufstehen, um dann etwa um 6.30 Uhr ihr Lauftraining zu absolvieren, solange der Kleine noch schläft. Danach wird er gestillt und dann geht es um 9.00 Uhr an die Bahn.

Mit der optimalen Kinderbetreuung sei es zwar die letzten Monate wahnsinnig aufwendig gewesen, "aber ich hab auch wahnsinnig viel Spaß wieder an dem Ganzen." Und wenn der Nachwuchs sie trotz der guten Betreuung durch ihren Mann und den Großvater dann doch braucht, unterbricht Geisenberger einfach ihre Einheit im Kraftraum: "Das ist jetzt halt mein neues Leben."

Das Ganze relaxed angehen

Das Training sei bisher sehr gut gelaufen, obwohl es noch nicht ganz rund läuft. Auf der WM-Bahn am Königssee stehen die nächsten Einheiten an. "Es sind schon immer mal ein paar Fahrfehler drin, aber es fehlt ein Jahr, auch was den Schlitten angeht", sagt Geisenberg.

Sie versuche, "das Ganze relaxed anzugehen." Bedenken, ob sie als neunmalige Weltmeisterin wieder dahin kommt, wo sie war, hat sie keine: "Wenn es sportlich noch mal klappen sollte, dass da noch Erfolge dazukommen, dann ist es gut."

Weniger Druck

Druck verspürt sie jetzt weniger, denn die Situation hat sich aus ihrer Sicht verändert: "Ich bin nicht mehr die, die wirklich Vollbllut-Leistungsportlerin ist und nur darauf schaut und das ganze Leben darauf ausgerichtet ist. Das hat sich bei mir einfach geändert."

Trotz allem sei sie aber "wahnsinnig motiviert." Bei ersten Weltcup wird sich zeigen, wie stark sie zurückkommen kann. Konkurrenzfähig will sie auf jeden Fall sein.

"Ich bin nicht die, die mitfahren will, damit das Flugzeug oder der Bus voll ist." Natalie Geisenberger

Corona verändert den Wettbewerb

Immerhin haben ihr die Verschiebungen "in die Karten gespielt." Die Amerika-Weltcups sind gestrichen, die WM findet nicht im kanadischen Whistler, sondern am Königssee statt.

Durch die Corona-Maßnahmen sind zudem auch einige starke Konkurrentinnen, unter anderem die US-Amerikanerinnen bei den ersten Entscheidungen gar nicht am Start. Der Stellenwert sei in diesem Jahr deshalb allerdings nicht so hoch, "weil einige nicht mitfahren dürfen oder erstmal nicht können."

Geisenberger hofft, dass es sich im neuen Jahr wieder entspannt "und es im Olympiajahr wieder anders ist." Ob sie in Peking 2022 noch dabei ist? "Natürlich ist mein Ziel nächstes Jahr, die Olympischen Spiele wieder."

Ans Karriereende denkt sie jedenfalls noch nicht. Allerdings: "Irgendwann muss man ja auch gut sein lassen." Wann der Zeitpunkt ist, weiß die 32-Jährige aber noch nicht.

"Ich schaue von Saison zu Saison." Natalie Geisenberger

Heim-WM am Königssee

Saisonstart der Rodlerinnen und Rodler ist am 28./29. November in Innsbruck, Saisonhöhepunkt ist dann die WM vom 29. - 31. Januar. Coronabedingt findet sie am Königssee statt, was ihr sehr entgegen kommt: "Logistisch ist es für mich sehr gut, dass alles hier ist."