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Felix Loch und Natalie Geisenberger

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Natalie Geisenberger: "Corona hat mir in die Karten gespielt"

Zweimal WM-Silber, zweimal ein großartiges Comeback: Felix Loch und Natalie Geisenberger erklärten in Blickpunkt Sport, wie sie nach Babypause auf der einen und einem sportlichen Tief auf der anderen Seite den Weg zurück an die Weltspitze schafften.

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Von
  • Cristina Krüger

"Ein bisschen stolz" ist Natalie Geisenberger auf ihren jüngsten Erfolg, der Silbermedaille auf der Rodel-WM am Königssee. "Ich habe die letzten Körner aus meinem Körper gekratzt", erzählte die Rennrodlerin im Interview. Kommende Woche steht noch der letzte Weltcup in St. Moritz an. Wenn der geschafft ist, muss die 32-Jährige "erstmal wieder zu Kräften kommen", erklärte Geisenberger weiter. Und das ist kein Wunder: Die 32-Jährige ist im Mai Mutter geworden, seitdem hält Sohn Leo die Doppel-Olympiasiegerin von 2018 und 2014 auf Trab.

Corona erleichterte Geisenbergers Comeback

Dennoch meistert sie den Spagat zwischen Leistungssport und Familie beeindruckend - und konnte sie diese Saison mehr mitmischen, als zunächst gedacht: Durch die coronabedingten Verlegungen der Rennen nach Europa konnte sie wider Erwarten an allen Weltcups teilnehmen. "Corona hat mir so gesehen in die Karten gespielt", erklärte die geborene Münchenerin. Mit der ursprünglichen Planung wäre womöglich auch die WM in Kanada kompliziert geworden. Nun kann Geisenberger trotz verzögertem Trainingsstart im Juli und "wenig Schlaf" auf eine erfolgreiche Saison mit unter anderem ihrem 50. Weltcupsieg zurückblicken. Und die frischgebackene Vize-Weltmeisterin denkt weiter: "Nochmal Olympia wäre ein tolles Ziel", schwärmte sie.

Lochs Erfolgsrezept: Intensiveres Training und Fokus auf den Schlitten

Der Corona-Sommer sorgte auch bei Felix Loch für eine Art Comeback: Nach zwei äußerst durchwachsenen Jahren ist diese Saison "gewaltig gelaufen", sagte der frischgebackene Vize-Weltmeister. Den Sommer habe Loch genutzt, um "das Training zu intensivieren und sich auf den Schlitten zu konzentrieren", so Lochs Erklärung für seine aktuell überragende Form. Immerhin war die Silbermedaille in Königssee sein "schlechtestes Saisonergebnis", dennoch ist der 31-Jährige mehr als zufrieden. Zum einen mit dem Ergebnis, aber auch, dass er insgesamt wieder in die Spur gefunden hat. "Ich habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht, aber auch insgesamt drei Wochen mehr trainieren können. Es ist schön, wenn es sich so auszahlt", freute sich der sechsfache Gesamtweltcupsieger.

"Ich bin immer etwas hinterhergelaufen. Diese Saison hatte ich von Anfang an ein sicheres Gefühl auf dem Schlitten, das hat die letzten zwei Jahre gefehlt". Felix Loch

Nachwuchssorgen auch beim Rodeln

Gerade zu Coronazeiten sein es "noch schwieriger", Kinder zum Rodeln zu bekommen, wie Loch auch dank der Trainertätigkeit seines Vaters Norbert weiß. Auch ohne die Pandemie sei es schon schwer genug, guten Nachwuchs zu bekommen - nicht nur beim Rodeln. Um den Sport publik zu machen, "gehen immer wieder Jugendtrainer an Schulen", erklärte er. Das fällt im Corona-Jahr natürlich zusätzlich weg, weshalb Loch sich seiner Vorbildfunktion bewusst ist.

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Tobias Hase

Die Heim-WM könnte für die deutschen Rodlerinnen und Rodler kaum besser laufen. AM Königssee bewiesen Felix Loch, Julia Taubitz und Co. erneut ihre ganze Klasse.