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Julian Nagelsmann beim Spiel gegen Rasenballsport Leipzig

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Nagelsmanns FC Bayern vor Köln: Der Rost muss weg

Vor dem Duell gegen den 1. FC Köln spricht Julian Nagelsmann über den zähen Saisonstart, den Fashion-Week-Ausflug von Serge Gnabry und hofft auf Lücken bei offensiven Kölnern. Derweil zielt Köln-Coach Baumgart auf seinen ersten Punkt gegen Bayern.

Als der FC Bayern am Freitag gegen Rasenballsport Leipzig die Fußball-Bundeliga aus dem Winterschlaf holte, wirkte das Spiel der Münchner nach der langen Pause noch etwas eingerostet. Wenige Torschüsse, kaum Chancen und ein zäher Spielfluss führten zu einem 1:1-Unentschieden und jeder Menge Baustellen im Bayern-Training.

Viel Zeit, daran zu arbeiten, bleibt den Münchnern nicht. Denn schon am Dienstag kommt der 1. FC Köln in die Allianz Arena (Livereportage zum Hören bei BR24 Sport: FC Bayern - 1. FC Köln | Dienstag, 24.01., 20.30 Uhr) - und am Sonntag hatte Nagelsmann seinen Spielern frei gegeben. Was der Trainer laut eigener Aussage vor seinen Chefs rechtfertigen musste - und Serge Gnabry für einen Trip auf die Pariser Fashion Week nutzte.

Wegen Gnabry-Ausflug: Nagelsmann geht die "Argumentationskette flöten"

Generell wolle er seinen Spielern keine Vorgaben machen, wie sie mit ihrer freien Tagen umgehen, sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz, doch schien er dennoch nicht begeistert von dem Kurztrip seines Flügelstürmers. "Wenn dann die sozialen Kanäle voll sind mit diversen Shootings, geht mir die Argumentationskette flöten", erklärte Nagelsmann und hofft auf eine Antwort auf dem Platz. Sonst gäbe es Gesprächsbedarf.

Ein Gnabry-Tor und ein Sieg gegen Köln wären wohl die besten Werkzeuge, um die Nagelsmanns Argumentationskette wieder zu reparieren. Dabei starteten die Kölner deutlich besser aus dem Winter als die Münchner. Mit 7:1 deklassierten sie Werder Bremen und wirkten alles andere als eingerostet.

Nagelsmann lobt Kölner Offensiv-Fußball

Doch besorgt schien Nagelsmann wegen des Kölner Traumstarts nicht zu sein: "Ich glaube, die sieben Tore machen eher was mit Köln als mit uns. Es schadet nicht, dass unsere Spieler sehen, dass die Kölner sieben Tore schießen können", sagte der Bayern-Trainer und lobte anschließend die offensive Herangehensweise von Coach Steffen Baumgart. Wohlwissend, dass dem FC Bayern für gewöhnlich mitspielende Mannschaften gut liegen. "Sie spielen mit offenem Visier. Wenn sie rauslaufen, ergeben sich Lücken. Das bedeutet: Sie schießen mal sieben und kassieren auch mal vier."

Doch für einen Sieg müssen auch die Abläufe beim FC Bayern besser passen. Nagelsmann suchte die Gründe für den zähen Auftritt in Leipzig auch bei sich selbst: "Wir hatten keinen optimalen Spielaufbau, der war zu langsam. Im letzten Drittel hatten wir eigentlich einige super Situationen, haben aber sehr schnell den Ball weggespielt, häufig haben wir uns da falsch entschieden. Ich habe die Spieler immer wieder von dem aggressiven Gegenpressing gewarnt. Doch Leipzig ist anders aufgetreten, hat sich mehr fallengelassen."

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Eric Maxim Choupo-Moting und Dayot Upamecano

Baumgart ohne Punktgewinn gegen den FC Bayern

Ob auch der 1. FC Köln Nagelsmann überraschen wird und komplett anders auftreten wird, zeigt sich am Dienstag. Doch glaubt man Baumgart, wird der Tabellenelfte auch beim Spitzenreiter seine Herangehensweise nicht groß ändern: "Auf die Socken kann man immer kriegen. Sie spielen um die Meisterschaft, wir um den Klassenerhalt. Trotzdem wollen wir mutig sein und vorne anlaufen", so Baumgart.

Der Köln-Trainer will am Dienstag auch seine persönliche Bilanz gegen den FC Bayern aufbessern: "Ich habe als Trainer noch nie gegen Bayern gewonnen, nicht mal einen Punkt geholt", sagte Baumgart. Wenn ihm das gelingt, wäre es für Nagelsmann deutlich schwerer seine Argumentationskette wieder intakt zu bekommen.

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