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© Mark Schmidt mit seinen Anwälten Juri Goldstein (l) und Alexander Dann (r) zusammen.
Bildrechte: Mark Schmidt mit seinen Anwälten Juri Goldstein (l) und Alexander Dann (r) zusammen.

Mark Schmidt mit seinen Anwälten Juri Goldstein (l) und Alexander Dann (r) zusammen.

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    Nach Urteil im Doping-Prozess: Schmidt legt Revision ein

    Der Erfurter Doping-Arzt Mark Schmidt geht gegen das Urteil des Landgerichts München vor und wird Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einlegen. Das teilte sein Anwalt Juri Goldstein am Montag mit.

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    • BR24 Sport

    Schmidt war am Freitag wegen jahrelangen Blutdopings an Sportlern und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Zudem bekam er ein Berufsverbot von drei Jahren.

    Der Mediziner argumentiert demnach, dass es einen "erheblichen Verstoß" gegen den Grundsatz eines fairen Verfahrens gegeben habe. Der BGH in Karlsruhe muss nun entscheiden, ob vor dem Landgericht München II Verfahrensfehler gemacht wurden. Die Staatsanwaltschaft teilte auf Anfrage mit, noch nicht entschieden zu haben, ebenfalls Revision einzulegen. Von den anderen Angeklagten war dies nicht zu erwarten.

    Chance vertan für Einblick in die "verborgene" Welt des Sports

    Goldstein schrieb als Begründung für den Schritt in einer E-Mail, dass das Landgericht die Chance vertan habe, "einen wertvollen Einblick in die "verborgene" Welt des Sports zu erhalten, indem Sie dem Bestrafungsbedürfnis der Öffentlichkeit und Staatsanwaltschaft nachgegangen ist" und den Blick auf Wesentliches verloren habe, nämlich das "Insiderwissen" des Angeklagten.

    Die Anwälte des Thüringer Mediziners hatten in der Verhandlung behauptet, dass der Spitzensport fest mit Doping verbunden sei. Dem widersprach Richterin Marion Tischler: Sie sah in dem Verfahren keine strafrechtlich relevanten Beweise dafür. Zudem bestritt die Kammer, dass Mark Schmidt kein faires Verfahren zugestanden worden sei, auch wenn es teils eine Vorverurteilung in der Öffentlichkeit gegeben habe.