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DFB-Pokal: Schweinfurt fordert coronageschwächte Schalker | BR24

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Nach dem Ärger um das Startrecht fiebert der 1. FC Schweinfurt 05 der Erstrunden-Partie im DFB-Pokal am Dienstag bei Krisenclub FC Schalke 04 entgegen. So gut waren die Chancen auf einen Sieg gegen einen Bundesligisten wohl selten.

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DFB-Pokal: Schweinfurt fordert coronageschwächte Schalker

Nach dem Ärger um das Startrecht fiebert der 1. FC Schweinfurt 05 der Pokal-Erstrunden-Partie beim Krisenklub Schalke 04 entgegen. So gut waren die Chancen gegen einen Bundesligisten selten. Der ist zudem durch einen Coronafall geschwächt.

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53 Tage nach der kurzfristigen Absetzung des Duells hofft der unterfränkische Viertligist heute (Anstoß 16.30 Uhr) auf die Sensation beim in dieser Saison immer noch sieglosen Fußball-Erstligisten. Nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende ist Schalke seit 22 Spielen sieglos.

Corona-Fall beim FC Schalke 04

Jetzt ist beim krisengebeutelten Fußball-Bundesligisten einen Tag vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den Viertligisten Schweinfurt 05 auch noch ein Coronafall in der Lizenzspielermannschaft aufgetreten. Der namentlich nicht genannte "betroffene Spieler befindet sich seit dem Bekanntwerden des Testergebnisses in häuslicher Quarantäne, ist beschwerde- und symptomfrei", teilten die Königsblauen am Montagabend mit. Bei der Testreihe am vergangenen Donnerstag sei das Resultat des nun betroffenen Spielers noch negativ ausgefallen.

Ob der Befund Auswirkungen auf die Pokalpartie hat, wurde zunächst nicht bekannt. Der Schalker Mannschaftsarzt Patrick Ingelfinger werde mit dem Gesundheitsamt Gelsenkirchen und weiteren zuständigen Behörden weitere mögliche Maßnahmen besprechen und gegebenenfalls einleiten, hieß es in der S04-Mitteilung.

Schweinfurt und das "Traumlos"

"Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Viertligist einen Bundesligisten rauskegelt, ist eh nicht die größte. Wir denken aber, dass wir trotzdem immer noch eine kleine Möglichkeit haben", sagte der Schweinfurter Trainer Tobias Strobl bereits vor Bekanntwerden des Coronafalls beim Gegner. Der Coach hatte im Vorfeld der Partie Schalke wegen seiner Tradition als "Traumlos" bezeichnet.

Streit um Pokalstartrecht

Ein Streit um das Pokalstartrecht des bayerischen Vertreters hatte in Fußball-Deutschland für Aufsehen gesorgt. Die ursprünglich für den 13. September angesetzte Partie war sogar kurzfristig abgesetzt worden.

Die Vorfreude bei den Schweinfurtern ist nun umso größer. "Es ist ein extremes Highlight für uns, ein Wahnsinnsspiel in einer tollen Arena", sagte Schlussmann Luis Zwick. Coronabedingt sind aber keine Fans zugelassen.

Vor zwei Jahren hatten die "Schnüdel" zum DFB-Pokal-Auftakt in eigener Arena mit 0:2 gegen Schalke verloren.

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Im Jahr 2018 traf der 1. FC Schweinfurt 05 in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Bundesligisten Schalke 04. BR-Sportreporter Lukas Schönmüller mit Impressionen aus Schweinfurt.

Bei Schalke "hängen die Köpfe"

Diesmal sind die Aussichten sicher besser. Schalke ist angeschlagen: "Bei uns hängen die Köpfe", sagte S04-Trainer Manuel Baum nach dem vergangenen Spiel. Dagegen wittern die Schweinfurter ihre Chance. "In unserer WhatsApp-Gruppe ging der eine oder andere Spruch und Witz rum", berichtete der Schweinfurter Torhüter Zwick.

Schweinfurt mit eigenen Problemen

Dabei plagen den fränkischen Traditionsverein genügend eigene Sorgen: Er hängt angesichts des Hickhacks in der Regionalliga Bayern immer noch in der verlängerten Saison 2019/20 fest. Der SV Schalding-Heining hatte zuletzt auf der Anreise nach Schweinfurt einen Verkehrsunfall, das Spiel gegen den FC Memmingen fiel auch aus. Am Montag sollte im Bayerischen Fußball-Verband die Entscheidung über ein pandemiebedingtes Vorziehen der Winterpause fallen.

In all dem Chaos richtet sich Schweinfurt an dem Schalke-Spiel auf. "Wir müssen mit wahnsinnigem Mut auftreten", meinte Zwick. Trainer Strobl hat Hoffnung: "Vielleicht kann an einem perfekten Tag eine Sensation gelingen." Sollte das tatsächlich der Fall sein, steuert Schalke allmählich auf einen historischen Negativrekord zu: 31 Spiele ohne Sieg blieb Tasmania Berlin in der Saison 1965/66.