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Nach Olympia-Verschiebung: Task Force vor vielen Aufgaben | BR24

© BR/Thomas Klinger

Noch gibt es keinen genauen Termin, wann die Olympischen Spiele nun genau stattfinden sollen. Die Verschiebung wirft Fragen auf: Wie passen die Spiele in den Sportkalender 2021 und wie reagiert Gastgeber Tokio auf das teure Hin und Her?

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Nach Olympia-Verschiebung: Task Force vor vielen Aufgaben

Nach der Verlegung der Olympischen Spiele auf das Jahr 2021 nimmt am Donnerstag in Tokio die eingesetzte Task Force ihre Arbeit auf. Erstes Ziel der Arbeitsgruppe ist es, einen geeigneten Termin für die Sommerspiele zu finden.

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Die Olympia-Macher von Tokio aktivieren den Notfall-Plan. Nach der beispiellosen Verlegung des größten Sportfests der Welt ins nächste Jahr sind nun sogar olympische Frühjahrsspiele ohne gemeinsames Athletendorf möglich.

"Diese verschobenen Olympischen Spiele werden Opfer und Kompromisse von allen Beteiligten erfordern", mahnte IOC-Präsident Thomas Bach. Ein hastig einberufenes Krisenteam vom Internationalen Olympischen Komitee und vom Gastgeberland Japan nimmt am Donnerstag die Arbeit auf und soll dann die gigantischen Folgen der Verschiebung in den Griff bekommen.

Fackellauf auf unbestimmte Zeit verschoben

Der Start des Fackellaufs durch Japan, der für Donnerstag geplant war, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Wann die Flamme ihre Reise fortsetzt, dürfte indes eines der kleinsten Probleme der erstmaligen Verschiebung Olympischer Spiele sein.

Es müssen alle Sportkalender rund um die Spiele betrachtet werden, der auch Weltmeisterschaften in den olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen beinhaltet.

Olympisches Dorf für Sportler und Betreuer fraglich

Auch an Grundpfeilern wie einem Olympischen Dorf könnte die Task Force rütteln müssen. Bach wollte in einer Telefonkonferenz nicht garantieren, dass die 11.000 Sportlerinnen und Sportler und ihre Betreuer bei Olympia sowie später die 4.400 Paralympics-Teilnehmer wie gewohnt in einem eigenen Viertel wohnen. Die mehr als 5.000 Wohnungen des Olympischen Dorfes sollten nämlich nach den Sommerspielen und den Paralympics in diesem Jahr an private Eigentümer übergeben werden und sind zum Teil schon verkauft.

"Wir tun, was wir können, damit es ein Olympisches Dorf gibt. Dort schlägt normalerweise das Herz der Spiele." IOC-Präsident Thomas Bach

Unzählige Absprachen und Neureglungen

IOC-Athletenvertreterin Britta Heidemann erwartet für die Tokio-Spiele 2021 noch deutlich mehr Komplikationen: "Es müssen tausende neue Absprachen und Regelungen getroffen werden." Die 37-jährige Kölnerin, die Mitglied der Athletenkommission des IOC ist, verwies auch auf Mietverträge für die Infrastruktur wie Stadien und Unterkünften, die Abstimmung mit TV-Sendern als wichtige Olympia-Geldgeber oder die Neu-Koordination von 80.000 freiwilligen Helfern.

Aufhören oder Weitermachen?

Plötzlich stehen auch viele Sportler vor einer Lebensentscheidung. So sehr sich die meisten angesichts der Corona-Pandemie wünschten und es auch forderten, in diesem Sommer nicht ins ferne Tokio zu müssen - einige Pläne sind nun über den Haufen geworfen. "Ich wollte nach den Spielen meine Karriere beenden. Jetzt muss ich das erstmal sacken lassen und mit meiner Frau Gespräche führen", sagte etwa Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe. Einen kleinen Schritt weiter war kurz nach der Entscheidung Ringer-Weltmeister Frank Stäbler, der in Japan seinen Frieden mit den Spielen machen wollte. "Mein Olympia-Traum ist verschoben - nicht geplatzt", betonte der 30-Jährige. Stäbler hängt ein Jahr dran - allerdings unter der Voraussetzung, dass er nicht noch einmal in eine Qualifikation muss.