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Stefan Lurz in der Schwimmhalle

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    Nach Missbrauchsvorwürfen: Schwimmtrainer Lurz tritt zurück

    Der Würzburger Stefan Lurz tritt als Schwimm-Bundestrainer zurück. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte über erneute Missbrauchsvorwürfe gegen den Trainer berichtet. Der Präsident des Bayerischen Schwimmverbands reiste deshalb nach Würzburg.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Pirmin Breninek

    In einem Artikel des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" berichten fünf Schwimmerinnen, die Stefan Lurz trainiert hat, von sexueller Belästigung und Nötigung. Nach der Veröffentlichung des Artikels trat der 43-jährige Würzburger von seinem Amt als Schwimm-Bundestrainer zurück. Lurz ist als Bundestrainer für Freiwasserschwimmen am Bundesstützpunkt beim Schwimmverein Würzburg 05 tätig.

    DSV gibt Rücktritt des Schwimmtrainers bekannt

    In einer knappen Mitteilung des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) heißt es: "Stefan Lurz, hat gegenüber dem amtierenden DSV-Vorstand am heutigen Freitag den sofortigen Rücktritt von seinem Amt erklärt." Bereits zuvor hatte sich der Verband in einer ausführlicheren Mitteilung zu dem Spiegel-Bericht geäußert. Dort hieß es: "Der/die Verdächtige wurde gemäß unserer Handlungsrichtlinien bei Verdachtsfällen mit sofortiger Wirkung beurlaubt." Keine Person wird namentlich genannt.

    Stefan Lurz war auf BR-Anfrage bislang nicht erreichbar. Der "Main-Post" gegenüber sagte Lurz, er sei selbst von seinem Amt zurückgetreten, "um weiteren Imageschaden vom Deutschen Schwimm-Verband abzuwenden".

    Präsident zu Gesprächen in Würzburg

    Harald Walter, Präsident des Bayerischen Schwimmverbands, reiste am Samstag nach Würzburg, um dort mit den Beteiligten und den Athleten zu sprechen. Am Sonntag gab es dann eine interne Sitzung, bei der alle Informationen zusammengetragen wurden, wie Walter auf BR-Nachfrage sagte. Vorher wollte er sich nicht öffentlich zu den Vorwürfen äußern.

    Erste Vorwürfe gegen Lurz wurden 2010 bekannt

    Bereits 2010 wurden Vorwürfe gegen Stefan Lurz bekannt. Es ging um den Verdacht sexueller Nötigung und Vergewaltigung einer 15 Jahre alten Schwimmerin. Die Staatsanwaltschaft Würzburg stellte das Verfahren gegen den damals 33-Jährigen jedoch im Januar 2011 ein. Die Schwimmerin hatte behauptet, sie sei von Lurz zu sexuellen Handlungen gezwungen worden. Diese Vorwürfe hatte sie dann jedoch zum größten Teil zurückgezogen. Das Verfahren wurde nach Durchführung eines privaten Täter-Opfer-Ausgleichs gegen Zahlung einer Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung mit Zustimmung des Gerichts eingestellt.

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