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Nach Missbrauchsvorwürfen im Schwimm-Sport hat der Präsident des Deutschen Schwimm-Verbands, Marco Troll, um Entschuldigung gebeten.

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    Nach Missbrauchsvorwürfen: Entschuldigung vom Schwimm-Präsident

    Gegen den ehemaligen Schwimm-Bundestrainer Stefan Lurz wird derzeit wegen Missbrauchsvorwürfen ermittelt. Präsident Marco Troll hat im Namen des Deutschen Schwimm-Verbandes um Entschuldigung für mögliche Versäumnisse gebeten.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Julia Dechet

    Der Name des ehemaligen Schwimm-Bundestrainers Stefan Lurz ist nicht gefallen. Doch äußert sich Marco Troll, der Präsident des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV), jetzt zur generellen Thematik rund um Missbrauchsvorwürfe und den Schutz von möglichen Opfern von Gewalt. Im Verbandsmagazin des DSV richtet er sich an die über 580.000 Mitglieder und bittet um Entschuldigung.

    "Nicht immer alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen"

    "Nach unserem derzeitigen Erkenntnisstand sind in der Vergangenheit offenbar nicht immer alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen worden, um potenzielle Opfer und damit auch alle anderen Aktiven, darunter viele Schutzbefohlene, zu schützen", so Marco Troll im Namen des DSV.

    "Wir möchten uns an dieser Stelle deshalb aufrichtig bei all diesen Personen im Namen des gesamten Verbandes entschuldigen." – Marco Troll, Präsident des Deutschen Schwimm-Verbands

    Nun gelte es, diese Versäumnisse im Sinne der potenziellen Opfer zu korrigieren, führt der Präsident im Verbandsmagazin fort. Außerdem wolle sich der Verband stärker sensibilisieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

    Hohe moralische und ethische Ansprüche

    An den DSV werden laut Troll zu Recht höchste moralische und ethische Ansprüche gestellt. Als Teil des organisierten Sports würde auch der DSV an sich selbst und jeden im Verband hohe Ansprüche stellen, so Troll. "Wir müssen uns darauf verlassen können, dass diese Haltung von unseren Mitarbeitenden und Engagierten mit aller Konsequenz vertreten wird". Nur so könnten potenzielle Betroffene den Mut entwickeln, sich auch mit sensiblen Themen an den Verband zu wenden und Schutz zu suchen.

    DSV will potenzielle Fälle umfassend aufarbeiten

    Weiter führt der Präsident fort: "Personen, die nicht alles in ihrer Macht Stehende tun, um dieser enormen Verantwortung gerecht zu werden, sind für uns als Verband nicht tragbar". Laut einer Mitteilung des DSV sollen potentielle Fälle umfassend aufgearbeitet werden. Außerdem will der Verband nach eigener Aussage überprüfen, inwieweit bestehende Strukturen verbessert werden müssen, um zukünftig mehr Sicherzeit zu schaffen.

    "Darüber hinaus wurde dem/der verdächtigen Trainer*in in dieser Woche vorsorglich auch die DSV-Trainerlizenz entzogen", so der DSV. Der Name Stefan Lurz fiel in diesem Zusammenhang nicht.

    Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen Lurz

    Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt derzeit gegen Stefan Lurz wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Stefan Lurz selbst bestreitet die Vorwürfe, hat sich gegenüber dem BR allerdings nicht geäußert. Der Verband hat bislang keine Angaben zu dieser Sache gemacht und verwies auf ein schwebendes Verfahren. Ende Februar hat der DSV den Sportdirektor Thomas Kurschilgen freigestellt. Kurschilgen soll laut einem Spiegel-Bericht von Missbrauchsvorwürfen gegen Stefan Lurz gewusst haben.

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