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Nach Länderspielen: Corona erreicht die Handball-Bundesliga | BR24

© picture-alliance/dpa

Der slowenische Nationaltorwart Klemen Ferlin (HC Erlangen)

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    Nach Länderspielen: Corona erreicht die Handball-Bundesliga

    In der Handball-Bundesliga gibt es die ersten Coronafälle. Nach der Länderspielwoche wurden schon drei Spieler positiv getestet. Auch der HC Erlangen ist betroffen: Torwart Ferlin hat das Virus. Drei Bundesligaspiele wurden vorsorglich verlegt.

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    • BR24 Sport

    Kann sich eine Sportart wirklich so abschotten, dass kaum Risiken für Coronainfektionen oder die Weiterverbeitung des Virus bestehen? Die Handball-Bundesliga steht vor einem unfreiwilligen Belastungstest: Nach zahlreichen Länderspielreisen wurden schon drei Profis positiv auf das Virus getestet.

    Die jüngste Coronameldung kommt vom bayerischen Erstligisten HC Erlangen. Torwart Klemen Ferlin wurde nach der Rückkehr von einem Lehrgang der slowenischen Nationalmannschaft positiv auf das Coronavirus getestet. Zuvor waren bereits positive Befunde bei den deutschen Nationalspielern Johannes Bitter (TBV Stuttgart) und Marian Michalczik (Füchse Berlin) bekannt geworden.

    Bundesligaspiel Erlangen - Stuttgart findet statt

    Wie der HC Erlangen mitteilte, habe sich Ferlin nach der Rückkehr von der Länderspielreise "wie die anderen Erlanger Nationalspieler vorsorglich direkt in häusliche Isolation begeben, um keinen Kontakt zu seinen Mitspielern zu bekommen, bis das Ergebnis des Testes vorlag." Die übrigen Erlanger Spieler seien negativ getestet worden, das Bundesligaspiel gegen Stuttgart am Abend soll wie geplant stattfinden.

    Corona sorgt für Spielverschiebungen

    Doch die Deutsche Handball-Bundesliga (HBL) ist aufgeschreckt: Als Folge auf die Coronafälle in der Nationalmannschaft wurden drei Spiele verschoben. "Es ist eine rein präventive Maßnahme. Wir wollen auf Nummer sicher gehen", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

    Die Partien SG Flensburg-Handewitt - MT Melsungen, THW Kiel - Füchse Berlin und TSV Hannover-Burgdorf - Frisch Auf Göppingen werden vorsorglich verlegt. "Da nach wie vor eine Infektionsgefahr nicht gänzlich auszuschließen ist, schützt die HBL vorsorglich Spieler und Personen in deren Umfeld", teilte die Liga mit, da diverse Bundesligaspieler Kontakt zu den infizierten Nationalspielern hatten.

    Die deutsche Nationalmannschaft hatte am Donnerstag und Sonntag Länderspiele gegen Bosnien-Herzegowina und in Estland absolviert. Weitere positive Tests gab es bei der Nationalmannschaft allerdings nicht. Die Klubs handeln den Umgang mit den Rückkehrern unterschiedlich.

    Unterschiedlicher Umgang mit den Länderspiel-Rückkehrern

    Während in Hannover - Fabian Böhm war gegen Bosnien-Herzegowina bei der Nationalmannschaft - beispielsweise alle Spieler nach weiteren negativen Tests ganz normal trainieren, begab sich Füchse-Nationalspieler Paul Drux trotz negativen Befunds vorsorglich in Selbstisolation. Flensburgs Nationalspieler Franz Semper werde auf "freiwilliger Basis vorerst von der Mannschaft isoliert und täglich auf das Coronavirus getestet", teilte der Verein mit.

    Warnungen ignoriert

    Die Corona-Angst in der Liga dürfte durch die Vorfälle vermutlich anwachsen. "Ich habe ein schlechtes Gefühl", hatte beispielsweise Hendrik Pekeler vom THW Kiel schon vor der Länderspielreise gesagt. Kiels Manager Viktor Szilágyi hatte gewarnt: "Es ist doch logisch, wenn Spieler aus verschiedenen Klubs und Ländern zusammenkommen, dass dann das Infektionsrisiko erhöht ist."