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Nach Pokal-Aus: FC Bayern fehlt es aktuell an Souveränität | BR24

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Der FC Bayern war der haushohe Favorit in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten Holstein Kiel. Doch ganz überraschend war das Aus des Titelverteidigers auch nicht. Die Analyse.

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Nach Pokal-Aus: FC Bayern fehlt es aktuell an Souveränität

Der FC Bayern war der haushohe Favorit in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten Holstein Kiel. Doch ganz überraschend war das Aus des Titelverteidigers auch nicht. Zuletzt trat der Triple-Sieger nicht mehr so souverän auf. Eine Analyse.

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Von
  • Nicole Hornischer

Die Niederlage zeichnete sich ab. Das gegenwärtige Leistungsvermögen des FC Bayern ist weit entfernt von den Möglichkeiten der Spieler. Die Partie gegen Holstein Kiel war eine Dublette der letzten Partien. Beim 1:1-Ausgleichstreffer stand die Mannschaft wieder einmal zu hoch, beim 2:2 fehlte die Zuordnung im eigenen Strafraum. "Das ist das Muster, das wir jetzt schon bei vielen Gegentoren gesehen haben. Wir haben das ganz klar angesprochen, wir müssen die Zentrale, die Mitte absichern", bemängelte Trainer Hansi Flick. In der Bundesliga hat der Tabellenführer nach 15 Spieltagen schon 24 Gegentreffer kassiert - nur fünf Teams haben mehr.

Flick: "Luft nach oben"

Aber nicht nur die Defensive weist deutliche Schwächen auf. Oft fehlt der entscheidende Pass, der das Spiel eröffnet oder für Gefährlichkeit sorgt. Das Flügelspiel, das den FC Bayern zum Triple-Sieger machte, klappt nicht mehr so. "Da ist noch Luft nach oben", stellte Flick nach der Partie fest.

Und auch ARD-Fußballexperte Bastian Schweinsteiger merkte an, dass "der Mannschaft momentan die Souveränität fehlt." Trainer Flick wollte Abwehrchef David Alaba und Weltfußballer Robert Lewandowski eine Pause geben, Leon Goretzka fehlte wegen Wadenproblemen. Gegen Kiel spielte eine Mannschaft, die so noch nie auf dem Platz stand.

Neuzugänge noch nicht richtig angekommen

Und dabei zeigte sich, dass vor allem die Neuzugänge bislang noch nicht richtig angekommen sind. Bouna Sarr wurde bei der Verpflichtung von Sportvorstand Hasan Salihamidzic als "dynamischer Rechtsverteidiger" vorgestellt. Der Franzose soll auf der Außenbahn für Gefahr sorgen. Im Spiel gegen Kiel fiel der Franzose vor allem durch viele Fehlpässe und Problemen bei der Ballbehandlung auf.

Leroy Sané erzielte zwar mit einem Traumfreistoß den zwischenzeitlichen Führungstreffer. Der "Königstransfer" des FC Bayern kann aber nach seiner schweren Knieverletzung noch immer nicht sein Leistungsvermögen voll abrufen. In der 74. Minute wurde er erschöpft ausgewechselt. Stattdessen sollte Douglas Costa noch einmal für neuen Schwung sorgen, was dem Brasilianer aber nicht gelang.

Costa spielt zwar immer bemüht, sein Spiel wirkte bislang aber eher unbedarft. "Mit seinem unberechenbaren Eins gegen Eins ist er eine Waffe auf der Außenposition", kündigte Salihamidzic bei der Vorstellung des 30-Jährigen an. Davon ist Costa weit entfernt. Marc Roca vergab den entscheidenden Elfmeter. Er werde "mit seinem vertikalen Spiel, seiner Technik und seinem Spielverständnis bereichern", prognostizierte der Sportvorstand bei seiner Verpflichtung. Bislang hat der 24-Jährige dies noch nicht zeigen können.

FC Bayern will nicht auf dem Transfermarkt aktiv werden

Angesichts all dieser Neuzugänge zeigte sich Salihamidzic im Oktober optimistisch für die Saison: "Mit diesem Kader sind wir sehr gut aufgestellt. Wir müssen nur schauen, dass alle fit bleiben", äußerte er. Auch in den nächsten Wochen muss der FC Bayern viele Spiele absolvieren. Anfang Februar ist der Rekordmeister bei der Klub-WM in Katar gefordert. Ende Februar steht das Champions-League-Spiel gegen Lazio Rom auf dem Programm. Dazwischen liegt noch der Bundesliga-Alltag.

Ob die Münchner auf dem Transfermarkt noch mal aktiv werden? Nach dem verlorenen Spiel gegen Gladbach schloss Salihamidzic das aus: "Selbstverständlich machen wir nichts", sagte der Sportvorstand. "Wir sind sehr gut besetzt, haben viele Optionen." Das vorhandene Personal ist also in den kommenden Wochen gefordert.

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