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Münchner Polizei ermittelt wegen Rassismus-Vorwurf bei FC Bayern | BR24

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Die Staatsschutz-Abteilung der Münchner Polizei ermittelt gegen den FC Bayern München. Ein Mitarbeiter des Nachwuchsleistungszentrums soll sich wiederholt rassistisch geäußert haben.

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Münchner Polizei ermittelt wegen Rassismus-Vorwurf bei FC Bayern

Die Staatsschutz-Abteilung der Münchner Polizei ermittelt gegen den FC Bayern München. Ein Mitarbeiter des Nachwuchsleistungszentrums soll sich wiederholt rassistisch geäußert haben.

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Wie die Münchner Polizei mitteilte, sei die Behörde wegen der aktuellen Medienberichterstattung auf die Rassismus-Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter des FC-Bayern-Campus München aufmerksam geworden. Es gebe allerdings keine Anzeige gegen den Klub. "Zum Sachverhalt können wir inhaltlich noch nichts sagen", teilte ein Polizeisprecher mit. Auf Anfrage des BR antwortete der FC Bayern: "Zum von Ihnen angesprochenen Sachverhalt lässt sich sagen, dass der FC Bayern eine Untersuchung angestoßen hat. Es handelt sich derzeit um ein laufendes Verfahren, zu dem wir uns deshalb nicht äußern können."

Das WDR-Magazin "Sport inside" hatte am Dienstag unter der fragenden Überschrift "Rassismus auf dem FC Bayern Campus?" über schwere Vorwürfe gegen einen langjährigen FC-Bayern-Jugendtrainer berichtet. Dieser soll sich in Chat-Protokollen, die dem WDR vorliegen, mehrmals rassistisch geäußert haben, unter anderem bei möglichen Neuverpflichtungen.

Teile dieser Chats, die schon 2018 stattgefunden haben sollen, waren auch durch einen Twitter-Account an die Öffentllichkeit gelangt, den der FC Bayern jedoch als "Fake-Account" einstufte. Mittlerweile ist der Account gelöscht. Der FC Bayern hat sich bisher zu den Vorwürfen nicht geäußert, verwies gegenüber "Sport inside" aber darauf, dass derzeit eine Aufarbeitung stattfinde.

Polizei München: Keine "Eilbedürftigkeit"

Die Münchner Polizei, die jetzt die Ermittlungen aufnahm, betonte, dass derzeit vieles komplett unklar sei. Derzeit werden die konkreten Vorwürfe herausgearbeitet und auch gegen wen sich diese richten. Dazu sollen mögliche Opfer und Zeugen kontaktiert werden. Anders als bei einem Mordfall bestehe keine "Eilbedürftigkeit". Insofern ist unklar, wann erste Erkenntnisse vorliegen werden.

Weitere Vorwürfe in anonymen Briefen - Echtheit unklar

"Sport inside" habe "mit mehreren ehemaligen und noch aktuellen Trainern gesprochen sowie mit betroffenen Eltern, die viele der Vorwürfe bestätigten." Zudem habe es neben den Chatprotokollen seit September 2018 vier anonyme Schreiben an die FC-Bayern-Vereinsführung gegeben, angeblich von Eltern der Spieler im Nachwuchsleistungszentrum. Deren Echtheit konnte aber nicht bestätigt werden.

Die Briefe sollen an Campus-Leiter Jochen Sauer, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, den damaligen Präsidenten Uli Hoeneß, Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Hermann Gerland, den sportlichen Leiter des Nachwuchleistungszentrums, adressiert gewesen sein.

Dem betroffenen Trainer seien darin nicht nur rassistische, sonder auch homophobe Äußerungen vorgeworfen worden. Zudem sei die Rede von "sadistischen Straftrainings, die teilweise gesundheitsgefährdenden Charakter hätten", so "Sport inside".

Der FC Bayern Campus im Münchner Norden wurde im August 2017 eröffnet und ist seitdem die Heimat aller Nachwuchsteams und der Frauen-Mannschaften des FC Bayern München.

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