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Mark Schmidt und sein Anwalt Alexander Dann während des Prozesses

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    Münchner Dopingprozess: Angeklagte verzichten auf Revision

    Die verurteilten Angeklagten im Münchner Dopingprozess verzichten überraschend auf eine Revision. Damit ist das Urteil gegen den Erfurter Sportmediziner Mark Schmidt und einen Komplizen rechtskräftig.

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    Von
    • Bernd R. Eberwein

    Der größte Dopingprozess Deutschlands geht nicht in die Verlängerung. Das Oberlandesgericht München teilte mit, dass die Mitte Januar gesprochenen Urteile rechtskräftig sind. Der Hauptangeklagte Mark Schmidt und einer seiner Helfer verzichten auf die ursprünglich angekündigte Revision.

    "In dem Strafverfahren gegen Dr. Mark S. u. 4 weitere Angeklagte haben die beiden Revisionsführer, Dr. Mark S. und Ansgard S. ihre Revisionen zurückgenommen. Das Urteil ist damit insgesamt rechtskräftig", schreibt Florian Gliwitzky, Richter und Leiter der Justizpressestelle beim Oberlandesgericht München, in einer Pressemitteilung.

    Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten

    Im bisher größten Dopinprozess Deutschlands war der Erfurter Arzt Mark Schmidt im Januar nach einem mehrmonatigen Prozess zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Zudem belegte das Landgericht München II den Mediziner mit einem Berufsverbot von drei Jahren und einer Geldstrafe von 158.000 Euro. Vier Helfer erhielten Haft- und Bewährungsstrafen. Schmidts Anwälte hatten drei Tage nach dem Urteil angekündigt, in Revision zu gehen.

    Der Dopingprozess - die Vorgeschichte

    Die Ermittlungen der "Operation Aderlass" waren die Grundlage für den bisher größten Dopingprozess in der Geschichte Deutschlands. Am 27. Februar 2019 kam es während der Nordischen Ski-WM in Seefeldzu Razzien in Österreich und Deutschland.

    Der Erfurter Mediziner Mark Schmidt soll Spitzensportlern über Jahre hinweg beim Blutdoping geholfen haben. Er war wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz und das Antidopinggesetz angeklagt.

    Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Arzt seit Ende 2011 regelmäßig weltweit Blutdoping betrieben hat. Mindestens 23 Athletinnen und Athleten in den Sportarten Langlauf, Biathlon, Eisschnelllauf, Leichtathletik und Radsport aus acht Nationen sollen in den Fall verwickelt sein.