BR24 Logo
BR24 Logo
Sport

Staatsanwaltschaft München erhebt Anklage gegen Doping-Arzt | BR24

© picture alliance/dpa

Verschiedene verbotene Dopingmittel

Per Mail sharen

    Staatsanwaltschaft München erhebt Anklage gegen Doping-Arzt

    Die Staatsanwaltschaft München hat im Zuge der "Operation Aderlass" Anklage gegen den Erfurter Sportarzt erhoben, der mehrere Rad- und Wintersportler jahrelang systematisch mit verbotenen Dopingmethoden versorgt haben soll.

    Per Mail sharen

    Ausgelöst wurde das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München I durch die Angaben des österreichischen Skilangläufers Johannes Dürr in der am 17.01.19 ausgestrahlten ARD-Sendung "Die Gier nach Gold - Der Weg in die Dopingfalle".

    Blutdoping bei Rad- und Wintersportlern

    Der Anklage nach sollen der Arzt und seine vier Helfer seit spätestens Ende 2011 von Erfurt aus regelmäßig und in ganz Europa, vor allem in Deutschland und Österreich, unterschiedlichen Sportlern zu Blutdoping verholfen haben. Es handelt sich dabei wohl hauptsächlich um Rad- und Wintersportler. Darüber hinaus kamen andere verbotene Arzneimittel, wie zum Beispiel Wachstumshormone zum Einsatz. Der Arzt sicherte sich dadurch eine fortlaufende und zusätzliche Einnahmequelle. Angeklagt wird er unter anderem wegen gewerbsmäßiger und teilweise bandenmäßiger Anwendung verbotener Dopingmethoden bzw. der Beihilfe hierzu, sowie wegen des Verdachtes der gefährlichen Körperverletzung. Das alles teilte die Staatsanwaltschaft München am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit.

    "Operation Aderlass"

    Durch die Ermittlungen der "Operation Aderlass", die sich gegen insgesamt 50 Personen, Sportler, Ärzte, Betreuer sowie deren Helfer richteten, wurde bekannt, dass 23 Sportler aus acht europäischen Ländern Blutdoping an sich durchführen ließen. Doch erst mit Inkrafttreten des Antidopinggesetzes am 18. Dezember 2015 sind die Taten für Sportler in Deutschland strafbar.