Mersad Selimbegovic
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Mersad Selimbegovic

    Mersad Selimbegovic spricht über Fußball und den Bosnien-Krieg

    Im Insta-Live auf BR24 Sport hat Mersad Selimbegovic über seine Arbeit als Trainer bei Jahn Regensburg gesprochen. Er hat uns aber auch erzählt, wie ihm Fußball geholfen hat, seine schlimmen Erfahrungen aus dem Bosnien-Krieg zu verarbeiten.

    Selimbegovic fühlt sich bei seinem aktuellen Verein pudelwohl. "Es gibt Sachen, die passen einfach zueinander. Und so war es bei mir vom ersten Tag bei Jahn Regensburg", erklärt der 40-Jährige im Gespräch mit BR24 Sport. Er ist "einfach froh, dass ich hier gelandet bin, dass ich für den Jahn etwas machen und leisten kann".

    Es gibt auch mal Zwölf-Stunden-Tage

    Dabei macht es ihm nichts aus, wenn sein Einsatz auf dem Vereinsgelände immer wieder länger dauert. "Also gestern war ich um kurz nach acht Uhr im Büro und abends um kurz nach 20 Uhr zuhause. Also habe ich gestern nur zwölf Stunden gearbeitet. Heute ist es ein bisschen weniger", so erklärt der Trainer sein Arbeitspensum.

    Selimbegovic: "Brutal eng in dieser Liga von Jahr zu Jahr"

    Er hofft aber, dass sein Team durch die intensive Arbeit Spiele abliefern kann, "wo die Fans danach stolz heimfahren können". Schließlich müsse man "zusammenhalten, weil es brutal eng ist in dieser Liga von Jahr zu Jahr". Auch deshalb sei der Klassenerhalt für Regensburg kein Pappenstiel.

    Zeiten ohne Fußball: "Brutal wichtig"

    Selimbegovic kann auch ohne Fußball sein. Er betont sogar, das sei "brutal wichtig". Schließlich brauche man "auch immer wieder Phasen, wo wir runterkommen". Das versuche er täglich mit seiner Familie. "Ich bin Familienvater, ich habe meine Kinder, meine Frau. Ich habe meinen Nachbarn. Ich habe meine Familie in Bosnien, das hilft mir kurz meine Phasen zu haben, um vom Fußball wegzugehen", erklärt der 40-Jährige.

    Kicken im Krieg: Fußball "stärker als alles andere"

    Umgekehrt hat ihm der Fußball aber auch geholfen, mit schlimmen Erlebnissen klar zu kommen. So gelang es ihm beispielsweise, den Bosnien-Krieg zu verarbeiten. "Ich konnte die ganze Zeit immer wieder mal kicken, irgendwo, egal wie, die Straße, zwei Steine, Rucksack, kein Verkehr im Krieg. Im Moment der Ruhe, keine Granaten, dann spielten wir ein bisschen Fußball auf dem Weg zur Schule und von der Schule heim", so erinnert sich Selimbegovic. Sogar in den Kellern, "wo wir dann mal einen Tag verbracht haben, weil den ganzen Tag Alarm und Granaten waren", sei gekickt worden. Das sei "einfach eine Liebe zum Sport, zur Bewegung", die "stärker ist als alles andere".

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