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Meine Lieblingsrunde: Seen und Räuber im Münchner Norden | BR24

© BR/Petra Martin

Abendstimmung Karlsfelder See

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    Meine Lieblingsrunde: Seen und Räuber im Münchner Norden

    Nördlich von München gibt es einige Seen, die sich zu einer erfrischenden Radtour verbinden lassen. Und auf den gut ausgeschilderten Wegen kann man sich auch auf die Spuren eines berühmten bayerischen Räubers begeben: Mathias Kneißl.

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    Von
    • Petra Martin

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Das könnte ein Motto für diesen Corona-Sommer sein. Auch für die Münchner gilt: Es muss nicht immer das Voralpenland sein, wenn man einen Ausflug machen will. Die Anreise kann direkt aus der Stadt raus mit dem Radl erfolgen oder man fährt mit der S-Bahn nach Karlsfeld, Dachau oder Maisach, um nur einige Haltestellen zu nennen. Großer Vorteil, wenn man sich überschätzt hat: Auch zurück geht’s mit der S-Bahn.

    Ich bevorzuge jedoch das Radl und starte an der Gerner Brücke mit Blick auf das Schloss Nymphenburg. Der Schlosskanal ist von Bäumen gesäumt, so idyllisch kann die Stadt sein. Dann geht’s auf meist kleinen Straßen immer Richtung Norden aus der Stadt raus, Richtung Feldmochinger See. Der erste See auf der Route, doch für einen Stopp ist es noch zu früh. Ich strample weiter Richtung Ruderregattaanlage in Oberschleißheim. Das Wasser in diesem zwei Kilometer langen Rechteck schimmert karibisch-türkis, Ruderer, Kanufahrer und SUP-Piraten ziehen hier ihre Runden.

    © BR/Petra Martin

    Waldschwaigsee

    Türkisfarbenes Wasser lädt zum Baden ein

    Über einen feinschottrigen Waldweg geht’s schattig zum Karlsfelder See, auch hier ist das Wasser türkis und lädt zum Baden ein. Außerdem startet hier der neue Räuber-Kneißl-Radweg. Auf insgesamt 110 Kilometern führt er durch die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck, aufgeteilt in vier Abschnitte. Die Beschilderung ist durchgängig, so dass man den GPS-Track auf der Internetseite des Radwegs eigentlich gar nicht braucht. Ich folge den Schildern mit Hut und Gewehr, entdecke zum Beispiel am Waldschwaigsee einen der neuen Rastplätze. Mit Tisch und Bank, Infotafeln zum Leben des berühmt-berüchtigten Räuber Kneißl und einer Reparaturstation – falls mal eine Schraube locker ist oder die Luft knapp wird. Baden könnte ich hier auch, die Insel macht den See so richtig idyllisch. Ich habe aber noch Luft und Lust und rolle jetzt auf kleinen Ortsstraßen erst Richtung Gröbenzell, dann weiter nach Maisach.

    © BR/Petra Martin

    Rad-Wege-Schilder

    Unterwegs auf Räuber Kneißls Spuren

    Hier gibt’s in der örtlichen Brauerei ein eigens gebrautes "Räuber-Kneißl-Bier" und im Keller eine Ausstellung zu Mathias Kneißl. Er wurde 1875 in Unterweikertshofen geboren. Berühmt wurde er, weil er auf seiner Flucht der Polizei immer wieder entwischt ist. Dabei hatte er Helfer, die ihn versteckten, und ein Radl. Das war freilich nicht so komfortabel wie heutige Räder, die hügelige Landschaft im Dachauer Land war für ihn sicher anstrengender zu bewältigen als heutzutage für uns.

    Wer mag, kann meine Lieblingsrunde hier in Maisach bei einem Bier ausklingen lassen und dann in die S-Bahn steigen. Ich genehmige mir eher ein Radler, um dann noch radeln zu können. Denn auf dem Heimweg habe ich die Qual der Wahl: In welchen See will ich zum Abkühlen springen? Langwieder und Lußsee liegen nur etwas abseits der Strecke, auf meinem direkten Weg liegen auch auf dem Heimweg der Waldschwaigsee, der Karlsfelder See, die Regattastrecke (Baden und Schwimmen ist unterhalb der Tribüne erlaubt) und dann der Feldmochinger See. Letzte Station, sozusagen. Die Abendsonne steht schon tief und taucht den See in ein warmes goldenes Licht. Mit den letzten Sonnenstrahlen ziehe ich meine Runde, das Wasser hat genau die richtige Temperatur, um erfrischend zu sein und ohne einen zu sehr auszukühlen. Herrlich!

    Ausführliche Informationen zur Tour finden sich unter www.räuber-kneissl-radweg.de.