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Mehmet Scholl wird 50 | BR24

© picture-alliance/dpa

Mehmet Scholl

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    Mehmet Scholl wird 50

    Sportlich verlief seine Laufbahn trotz vieler Titel alles andere als geradlinig. Nach der Karriere fiel er nicht zuletzt wegen seiner flotten und manchmal auch provozierenden Sprüche auf. An diesem Freitag feiert Mehmet Scholl seinen 50. Geburtstag.

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    Mehmet Scholl hat als Spieler viele Titel gesammelt: 2001 wurde er Champions-League- sowie Weltpokal-Sieger, 1996 UEFA-Pokal-Sieger, achtmal holte er die deutsche Meisterschaft und fünfmal den DFB-Pokal, stets mit Bayern München. Dorthin war er nach seinen knapp drei Profijahren beim Karlsruher SC (1989 bis 1992) gewechselt. Insgesamt kickte der Edeltechniker von 1992 bis 2007 für die Münchner. Europameister war er auch, 1996.

    Schwere Verletzungen stoppten ihn immer wieder

    Und doch lief nicht alles glatt für Scholl. Sein Talent als Fußballer hätte wohl gereicht zum Weltstar. Doch je länger die Karriere dauerte desto häufiger stoppten ihn teils schwere Verletzungen. In der Nationalmannschaft spielte er von 1995 bis 2002, kam allerdings unter Berti Vogts und später dann unter Rudi Völler nur auf 36 Einsätze. Am 15. Mai 2007 fand in der Münchner Arena sein Abschiedsspiel statt, an diesem Abend wurde er zum Ehrenspieler des FC Bayern ernannt.

    Traumjob: "Spielerfrau" oder "Hund bei Hoeneß"

    Für die Karriere danach hatte Scholl, dessen Berufswunsch ja "Spielerfrau" gewesen sein soll, sich vorgestellt, "Hund bei Hoeneß" zu werden. Er wurde unter anderem: Trainer. Bei den Bayern leitete er erst die A-Junioren an (2008/2009), dann die zweite Mannschaft (2009/2010 und 2012/2013).

    Er gilt als Erfinder des Begriffs "Laptop-Trainer" und lästerte in der Bayern-2-Radiosendung "Mehmets Schollplatten": Kinder seien in den Bereichen Pass oder Dribbling schlecht geschult, könnten aber "18 Systeme rückwärts laufen und furzen."

    Scholl polarisiert mit seinen Sprüchen

    Zu seiner Zeit als Spieler geriet Scholl schon mal ein Spruch gewaltig daneben, die größte Aufregung gab es, als er 1994 im Bayern-Jahrbuch unter der Rubrik "Lebensmotto" schrieb: "Hängt die Grünen, so lange es noch Bäume gibt." Doch so richtig böse konnte dem schlitzohrigen Mittelfeldgenie und Freistoßspezialisten keiner sein.

    2008 begann Scholl, für die ARD zu arbeiten. Nach der WM 2010 übernahm er dort die prestigeträchtige Rolle von Günter Netzer als Experte und Analyst der Nationalmannschaft. Und auch dort polarisierter er: Mit der Aussage, er habe sich gesorgt, dass sich Mario Gomez im Strafraum "wund" liege, vernichtete er beinahe dessen Karriere. 2017 endete seine Tätigkeit bei der ARD. Mittlerweile ist Scholl Experte bei Bild.de und hat auf Bayern 2 an der Seite von Achim "Sechzig" Bogdahn weiterhin Auftritte als Musikfreund und Berufs-Fußballfan.

    Scholl hat einen Sohn aus erster Ehe sowie zwei Töchter. Sohn Lucas wäre wohl gerne in die Fußstapfen seines berühmten Vaters getreten. Der ganz große Durchbruch im Profifußbal gelang dem heute 24-Jährigen aber nicht. In diesem Sommer wechselte er vom Regionalligisten VfR Garching zum SV Horn in die zweite österreichische Liga.

    An diesem Freitag wird der irgendwie immer noch jugendlich wirkende Papa "Scholli" 50 Jahre alt. Wir gratulieren herzlich!