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Max Merkel
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Max Merkel

Als Spieler war Max Merkel ein Raubein, ein Verteidiger der harten Schule. Viermal wurde er österreichischer Meister mit Rapid Wien, 1951 auch Gewinner des Mitropa-Cups - dem Vorläufer der Europapokale. Aber Merkel war als Trainer erfolgreicher denn als Spieler. "Trainer mit Zuckerbrot und Peitsche" betitelte er seine 1968 erschienene Biographie und enthüllte damit seine Arbeitsphilosophie. Seinen letzten Verein, den Karlsruher SC, übernahm er Ende November 1981 und schaffte noch den Klassenerhalt. Danach analysierte er martialisch:

"Beim KSC war eigentlich nur noch die Frage Erste Hilfe oder Letzte Ölung zu klären. Einige Spieler sollen sich feste Stricke besorgt haben, um sich lieber gleich aufzuhängen. Ihnen war gesagt worden, nun käme der Erfinder der Streckfolter." Max Merkel

Schon vorher hatte sich der Österreicher, dessen Kolumnen in der Bild-Zeitung von vielen gefürchtet wurden, im Westen der Republik nicht gerade beliebt gemacht. Als Trainer auf Schalke (Juli 1975 bis März 1976) erklärte er:

"Das Schönste an Gelsenkirchen ist die Autobahn nach München." Max Merkel

Der große Trainer-Zampano: Max Merkel

Der große Trainer-Zampano: Max Merkel

Merkel gab sich immer äußerst selbstbewusst: "Ich bin als Trainer mit Mannschaften aus drei Ländern viermal Meister geworden. Wer hat das denn schon geschafft?" Rapid Wien 1957, 1860 München 1966, 1. FC Nürnberg 1968 und Atlético Madrid 1973. Der Club stieg übrigens im Jahr nach dem Titelgewinn aus der Bundesliga ab - das schaffte vor ihm und nach ihm keiner mehr.

"Der Österreicher glaubt mit 18, er sei Pelé. Mit 20 glaubt er, er sei Beckenbauer. Und mit 24 merkt er, dass er Österreicher ist." Max Merkel

"Saufts weiter"

Legendär bleibt sein Auftritt bei den Münchner "Löwen". Da gab es die Story, wie er im Training einmal die "Alkoholiker" gegen die "Nüchternen" spielen ließ. Als die Alkoholiker 7:1 gewannen, sagte er: "Saufts weiter."

Merkel hatte einen hohen Marktwert. Mit 17.000 Mark Monatsgehalt war er seinerzeit der bestbezahlte Trainer der Bundesliga. Durch seine Zeitungskolumnen verdiente er noch mehr. Sogar die Bayern wollten ihn, aber Paul Breitner und Sepp Maier waren dagegen.

Seine Zeit nach dem Fußball verbrachte er in Putzbrunn, einem Ort bei München. Dort lud er gerne Bekannte ein, um alte Anekdoten zu erzählen und hielt dann auch mit seiner Meinung über Funktionäre nicht hinterm Berg:

"Die wissen nicht einmal, dass Luft im Ball ist. Die glauben, der springt, weil ein Frosch drin ist." Max Merkel

Merkel starb am 28. November 2006.