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Mario Basler: "Die Spieler haben zu viel Macht" | BR24

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Der ehemalige FC Bayern-Profi Mario Basler kritisierte in "Blickpunkt Sport" die Überheblichkeit, die er in mehrfacher Hinsicht bei deutschen Fußballspielern beobachtet.

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Mario Basler: "Die Spieler haben zu viel Macht"

Eingeflogene Friseure, Social-Media-Posts aus der Kabine und zu viel Macht, wenn es um die Besetzung des Trainerpostens geht - der ehemalige FC Bayern-Profi Mario Basler teilt in "Blickpunkt Sport" heftig gegen die aktuelle Fußballer-Generation aus.

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Bei den Bayern hatte Mario Basler die erfolgreichste Zeit seiner Fußballkarriere. Der ehemalige Deutsche Meister und DFB-Pokal-Sieger von 1998 ist jedoch vor allem durch seine scharfe Zunge im Gedächtnis geblieben. Zu Gast bei Blickpunkt Sport verriet er Markus Othmer, warum sein Spruch "Der Trainer ist die ärmste Sau" in seinen Augen auch heute noch Gültigkeit besitzt.

Basler: 2. Liga nur "Rumpelkiste"

Auf die Frage, ob es ihn als Trainer bei Derbys wie dem von Greuther Fürth gegen den 1. FC Nürnberg nicht in den Fingern jucke, stellte der 50-Jährige klar, dass er sich mit der 2. Fußball-Bundesliga nicht identifizieren könne. Wenn dann schaue er sich nur noch die großen Spiele an, alles andere sei nur "Rumpelkiste".

Doch auch im Spitzenfußball verurteilt er aktuelle Vorkommnisse wie die Entlassung von FC-Bayerns Cheftrainer Nico Kovac zutiefst. Er sei froh, damit nichts mehr zu tun zu haben, so Basler im Interview.

Spieler haben zu viel Macht

Einen Wunschtrainer für den FC Bayern habe er dementsprechend nicht, nach den letzten Ergebnissen sollte man aber dingend über Hansi Flick als dauerhafte Lösung nachdenken. Allerdings bezweifle er nach dem Kovac-Desaster, ob es in puncto Trainer überhaupt noch eine Form von Beständigkeit gebe.

Basler kritisierte die Entwicklung, dass Spieler im Bezug auf die Besetzung des Trainerpostens mittlerweile zu viel Macht bekommen würden. Zu seiner Zeit hätte man noch verstärkt versucht, interne Lösungen für Konflikte zu finden.

"Wenn ein Thomas Müller beim neuen Trainer dann auch wieder nicht spielt und mit Vereinswechsel droht, dann fliegt der Trainer eben wieder raus." Mario Basler

Von eingeflogenen Friseuren und Instagram-Posts aus der Kabine

Die Kritik von Mario Basler geht allerdings weiter: Extra eingeflogene Friseure und Fotos aus dem Privatjet - von Bodenständigkeit fehle im gegenwärtigen Spitzenfußball jede Spur. Er zeigte seine These am Beispiel des FC Bayern auf: Während andere Mannschaften sich über nur einen einzigen Titelgewinn gefreut hätten, grämte sich der FC Bayern über sein letztjähriges Double so sehr, dass es jetzt in der Entlassung von Trainer Kovac gipfelte.

Ferner habe sich durch das Internet selbstverständlich auch viel verändert, denn ein Instagram-Post zwei Minuten nach Spielende ist schon längst keine Seltenheit mehr.

"Früher durften wir nicht einmal im Bus das Handy benutzen, heute posten die Spieler aus der Kabine." Mario Basler

Er appellierte an die Moral der Spieler, statt medialer Inszenierung den Fokus wieder verstärkt auf den Spaß am Sport zu legen. Gleichzeitig forderte er härtere Maßnahmen seitens der Vereine, um den Spielern in Sachen Einflussnahme auf Personalentscheidungen, die teilweise fast an Erpressung grenze, den Wind aus den Segeln zu nehmen.