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Manuel Baum fordert "Authentizität in der Meinungsäußerung" | BR24

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Nach der Blamage gegen Mazedonien steht die Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw wieder einmal in der Kritik. Manuel Baum bezog in Blickpunkt Sport klar Stellung und lobte dabei auch den Trend der Politisierung im Fußball.

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Manuel Baum fordert "Authentizität in der Meinungsäußerung"

Nach der Niederlage gegen Nordmazedonien steht die Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw wieder einmal in der Kritik. Manuel Baum bezog in Blickpunkt Sport klar Stellung und lobte dabei auch den Trend der Politisierung im Fußball.

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Von
  • Cristina Krüger

Thomas Müller habe sich laut Manuel Baum beim Sieg im Spitzenspiel gegen den RB Leipzig wieder einmal als "richtig guter Teamplayer" gezeigt, der "wie ein Trainer auf dem Spielfeld agiert" und so eine wichtige Rolle einnimmt - nicht nur beim FC Bayern. Im Hinblick auf die Nationalmannschaft findet es der ehemalige FC Augsburg-Coach "gut, dass wieder eine Tür offen ist". Denn für einen Trainer sei es essentiell, neben den sportlichen auch die "sozialen Rollen" zu besetzen.

Trotz der Blamage gegen Nordmazedonien habe Bundestrainer Joachim Löw "sensationelle Arbeit" geleistet. "Man tendiert dazu, Idole, die Weltmeister geworden sind, zu negativ zu sehen, wenn es mal nicht so läuft", erklärte Baum. Er als Trainer weiß, wie man sich nach solchen Spielen fühlt. Dennoch findet er es wichtig, "dass die Spieler auch vor ihrer eigenen Haustüre kehren", so der ehemalige U20-Nationaltrainer.

Baum unterstützt politische Meinungsäußerung von Spielern

"Wenn du in der Öffentlichkeit stehst, hat dein Wort mehr Gewicht" stellte Baum klar. Gerade in den letzten Jahren habe die mediale Präsenz von Fußballspielern enorm zugenommen, was der 41-Jährige grundsätzlich begrüßt. Immer öfter gehen dabei die Themen, zu denen sich Fußballprofis äußern, weit über den Fußball hinaus. Deshalb forderte der gebürtige Landshuter von den Spielern Authentizität in ihrer öffentlichen Meinungsäußerung, da Werte im Sport oft verloren gehen.

"Ich bin immer wieder überrascht, dass junge Spieler mit 20, 22, 23 schon so meinungsstark sind und sich mit Themen auskennen, mit denen man sich in dem Alter noch nicht beschäftigen muss". Manuel Baum

Auch im Hinblick auf die kommende Weltmeisterschaft müssten laut Baum alle Verbände nachhaltig an einem Strang ziehen, um ein Zeichen in Richtung der Menschenrechtssituation in Katar zu senden.

FC Augsburg als "mutiger Verein"

Mit seinem ehemaligen Verein, dem Bundesligisten FC Augsburg, fiebert der Fußballtrainer immer noch mit. Die stetige Entwicklung der Fuggerstädter begeistert Baum und er hält es für realistisch, in den nächsten Jahren einen einstelligen Tabellenplatz erreichen zu können. Er beobachtet allerdings, "dass sich die Zeiten im Fußball geändert haben und es früher einfacher war", sagte Baum.

"Das Ziel des FCA muss es immer wieder sein, nächste Saison wieder in der Bundesliga zu spielen". Manuel Baum