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Hasan Salihamidzic

Hasan Salihamidzic

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    Mané-Transfer: Salihamidzic kann endlich punkten

    Mit der Mané-Verpflichtung ist die zuletzt arg laute Kritik an Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic erst einmal verstummt. Der Transfercoup überstrahlt so manche fragwürdige Personalentscheidung. Dabei fällt seine Bilanz gar nicht so schlecht aus.

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    Wolfram PorrWolfram Porr
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    "Wir sind alle stolz und glücklich, dass so ein Weltstar zum FC Bayern kommt", sagte Bayern-Sportchef Hasan Salihamidzic der Bild-Zeitung, noch ehe der Mané-Wechsel vom FC Liverpool als perfekt gemeldet worden war. Der 45-Jährige selbst durfte auf einmal Glückwünsche und Komplimente für den Transfer entgegennehmen.

    Sehr ungewohnt für den Bosnier, der zuletzt vor allem von Fanseite immer wieder für seine angeblich verfehlte Personalpolitik kritisiert wurde und sich sogar Hasskommentaren und Schimpftiraden ausgesetzt sah.

    Mané - eine Verpflichtung mit Strahlkraft

    Mit Mané konnte Salihamidžić endlich mal wieder einen internationalen Superstar vom FC Bayern überzeugen und so die Strahlkraft des Rekordmeisters untermauern. Das war ihm in den letzten Jahren nicht gelungen. Der letzte wirklich große Name, der an der Säbener Straße landete, war 2019 Philippe Coutinho. Doch ähnlich wie zuvor WM-Torschützenkönig James Rodriguez konnte Coutinho die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

    Ließen die Bayern ziehen: David Alaba (l.) und Thiago

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    Fehlkäufe und Missverständnisse

    In Salihamidzics Verantwortung fällt auch die teuerste Verpflichtung, die die Bayern je gestemmt haben: Lucas Hernández, der 2019 für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid geholt wurde, konnte noch nicht beweisen, dass er das viele Geld wert ist. Ähnliches gilt für Benjamin Pavard, Dayot Upamecano oder Marcel Sabitzer. Die Verpflichtung von Torwart Alexander Nübel darf man getrost als "Missverständnis" abhaken.

    Die von Salihamidzic als Ergänzungsspieler geholten Michael Cuisance, Marc Roca, Bouna Sarr oder Douglas Costa spielten sogar gar keine Rolle beim FC Bayern und haben den Verein - bis auf Sarr - inzwischen wieder verlassen.

    Alaba und Thiago - das tat weh

    Eine nicht so glückliche Figur gaben die Bayern auch bei den teilweise ungewollten Abgängen von David Alaba (Real Madrid), Thiago (FC Liverpool) oder Jérôme Boateng (Olympique Lyon) ab. Die Verantwortung dafür ist aber sicher nicht alleine beim Sportvorstand zu suchen.

    Eine gewisse Prinzipientreue, was das Sprengen des Gehaltsgefüges und das Nichtnachbessern von finalen Vertragsangeboten (wie auch aktuell im Fall Serge Gnabry) angeht, hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben und ist keiner Laune des Sportvorstands entsprungen.

    Jamal Musiala und Alphonso Davies bei der Meisterfeier auf dem Rathausbalkon

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    Goretzka, Musiala und Davies schlugen ein

    Der hat in seinen drei Jahren bei den Bayern auch ein paar richtig gute Transfers auf den Weg gebracht: Gehen bei Leroy Sané die Meinungen darüber noch auseinander, herrscht bei Namen wie Leon Goretzka, Jamal Musiala oder Alphonso Davies Einigkeit, dass sie eine dauerhafte Verstärkung sind. Bei Tanguy Nianzou oder Omar Richards käme eine abschließende Beurteilung zu früh. Die beiden Ajax-Neuzugänge Noussair Mazraoui und Ryan Gravenberch versprechen zumindest für die Zukunft einiges.

    Auf eine Zukunft beim FC Bayern darf nach dem jüngsten Transfercoup nun auch Salihamidzic selbst wieder hoffen. Sein Vertrag als Sportvorstand läuft bis 2023. Die Personalie Mané dürfte sein Standing innerhalb des Klubs verbessert haben. Das letzte Wort haben hier allerdings die Vereinsbosse.

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