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Nationalmannschaft - Löw nominiert ersten Kader 2019
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Bernd Eberwein
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Nationalmannschaft - Löw nominiert ersten Kader 2019

Eigentlich sollte in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt vor allem das Aufgebot für die bevorstehenden Länderspiele verkündet werden. Doch dass mit Maximilian Eggestein, Niklas Stark und Lukas Klostermann gleich drei Neulinge dabei sind und WM-Held Mario Götze wieder einmal nicht berücksichtigt wurde, geriet zur Nebensache. Im Fokus war natürlich die Erklärung zur Ausmusterung der drei FC-Bayern-Spieler Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller.

Zunächst durfte Löw einen sechseinhalbminütigen (!) Eingangsmonolog halten, in dem er - ohne Nennung jeglicher Spielernamen - über das Aus der drei Bayern-Akteure referierte. Erst Nachfragen offenbarten, wie er denn tatsächlich die Zukunft plant. Für Löw "persönlich das Allerwichtigste" sei gewesen, ein "offenes und ehrliches Gespräch" zu führen. Deshalb habe er Boateng, Hummels und Müller ("Die Wertschätzung ist selbstverständlich") mitgeteilt, dass er die bevorstehenden EM-Qualifikation und die Europameisterschaft 2020 ohne sie plane.

Keine klare Aussage zu möglichen Comebackchancen

Eine konkrete Aussage, wie endgültig seine Entscheidung sei, vermied Löw. "Was ist in einem Jahr?", philosophierte er. Löw machte keine konkreten Aussagen, ob Boateng, Hummels oder Müller die Chance auf ein Comeback haben. Vor allem Hummels und Müller hatten sich zuletzt kämpferisch präsentiert und geäußert, dass sie an eine Rückkehr in die Nationalmannschaft glauben.

BR-Sportreporter Bernd Schmelzer: "Wenn jemand sagt, dass er zwei Jahre auf die Spieler nicht zählt, dann sind sie raus".

BR-Sportreporter Bernd Schmelzer: "Wenn jemand sagt, dass er zwei Jahre auf die Spieler nicht zählt, dann sind sie raus".

Nicht mit Grindel abgestimmt

Klarheit gab's zumindest bezüglich der Art und Weise der Ausmusterung. "Sportliche Entscheidungen treffe ich autark. Ich habe die absolute Entscheidungshoheit", erklärte der Bundestrainer. Sportdirektor Oliver Bierhoff und das Trainerteam seien informiert gewesen, DFB-Präsident Reinhard Grindel zunächst nicht. Bierhoff habe dies am Vormittag in der Mitteilung telefonisch übernommen. Reinhard Grindel ist am Sonntagabend zu Gast in Blickpunkt Sport im BR Fernsehen.

Manuel Neuer vorerst weiter Nummer eins

Vorerst festhalten will Joachim Löw an FC-Bayern-Torwart Manuel Neuer als Stammtorhüter. "Ich habe meine Aussage nicht irgendwie verändert", sagte Löw: "Manuel Neuer ist aktuell unsere Nummer eins." Aber auch der 32-jährige Kapitän sei gefordert und müsse "Leistungen bringen". Der bisherige Ersatztorwart Marc-André ter Stegen werde ebenfalls seine Chancen bekommen.