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Löws bitterer Abschluss eines schaurigen Fußballjahres | BR24

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Das Länderspieljahr 2018 ist vorbei - eines zum Vergessen. Dazu passend kassierte Joachim Löws Team den Last-Minute-Ausgleich im Spiel gegen die Niederlande. Allersiets herrscht große Enttäuschung.

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Löws bitterer Abschluss eines schaurigen Fußballjahres

WM-Aus, Nations-League-Abstieg – und zum Jahresabschluss ein so gut wie sicheres 2:0 aus der Hand gegeben: "Bitter", "ärgerlich" und "enttäuscht" gehen Bundestrainer Joachim Löw und seine Spieler in die Winterpause.

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Fünf Monate nach seinen schwersten Stunden als Fußball-Bundestrainer beendete Joachim Löw gemeinsam mit seinem Team das Fußballjahr 2018 mit einem fast versöhnlichen Abschluss. Wie bereits beim 3:0 gegen Russland zeigte das runderneuerte DFB-Team auch gegen die Niederlande lange eine Partie voller Spielfreude. Aber fünf Minuten vor Abpfiff musste die Mannschaft wie aus heiterem Himmel noch den Ausgleich hinnehmen. Irgendwie passte das zu dem verkorksten Jahr der DFB-Elf.

"Ärgerlich" bis zur letzten Minute

Dementsprechend waren auch die Reaktionen nach dem 2:2 gegen die Niederlande in der Arena auf Schalke. "Das ist bitter. Das Ergebnis ist dem Spiel nicht angemessen, aber das haben wir dieses Jahr schon oft erzählt", sagte Toni Kroos. Ähnliches hörte man von Timo Werner: "Wir hatten bis zur 85. Minute alles im Griff und hätten vorzeitig das 3:0 machen können. Am Ende haben wir uns nicht belohnt, da ist wieder alles schief gegangen." Die Bilanz von Leroy Sané: "Ärgerlich". Auch Löw war am Ende "enttäuscht" trotz der zahlreichen positiven Ansätze seines Teams. "Es zieht sich ein bisschen durch das Jahr“.

Im Rückblick konnte sich auch Teammanager Oliver Bierhoff das durchwachsene Jahr trotz aller Analysen "nicht so richtig erklären". Dennoch sieht er, "das Positive ist, dass wir einen Umbruch vor uns haben und nach vorne schauen können". Die Vorgeschichte ist allerdings nicht ganz so leicht zu verdauen.

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"Das ist der Preis von einer jungen Mannschaft, den man bezahlen muss. Daraus muss man dann die Lehren ziehen", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach dem Spiel gegen die Niederlande. Das Ergebnis ist enttäuschend", lautete seine Bilanz.

Erinnerung an das WM-Debakel

Am 27. Juni 2018 war die historische WM-Blamage perfekt. Weltmeister Deutschland verlor in Kasan 0:2 gegen Südkorea und musste Russland als Gruppenletzter nach der Vorrunde verlassen. Bitter zwar, aber schon zuvor hatte das DFB-Team nicht geglänzt. Zudem lief es auch abseits des Spielfelds nicht rund: Die Diskussionen um Özil und Co wegen der umstrittenen Fotos mit Erdogan sorgten für viel Unruhe. Um seinen Job musste Löw nach dem völlig verkorksten Turnier dennoch nicht fürchten. DFB-Präsident Reinhard Grindel hatte den Vertrag mit dem Langzeit-Bundestrainer ja ohnehin erst kurz vor Turnierbeginn bis 2022 verlängert und ihm trotz der Pleite erneut das Vertrauen ausgesprochen.

© Picture alliance/dpa

Enttäuschung nach dem WM-Aus

Nations-League-Abstieg "kein Weltuntergang"

Lange hatte sich der Bundestrainer mit der Entscheidung, ob er überhaupt weitermachen will, Zeit gelassen. Erst nach Wochen eingehender Analyse verkündete er seinen Verbleib. Und auch seine Reformbemühungen erforderten in der Fußballwelt anfangs einige Geduld. Zwar kamen nach und nach immer mehr junge Spieler zum Einsatz – aber erst, als der nächste Tiefpunkt in Reichweite rückte: der Abstieg aus der Nations League. Den bezeichnete Löw dann trotz aller Verärgerung nicht "als Weltuntergang".

Anreiz durch nächstes EM-Turnier

Was bleibt, ist die Herausforderung für das nächste große Turnier: die EM-Endrunde in zwei Jahren. Für Löw ist das durchaus ein großer Anreiz: Schließlich hat er einen EM-Titel noch nie geholt. Bei drei Turnieren als Bundestrainer hat er ihn 2008 (Finale), 2012 (Halbfinale) und 2016 (Halbfinale) jeweils knapp verfehlt. Am 2. Dezember werden in Dublin die Qualifikationsgruppen ausgelost. Von März bis November 2019 werden in zehn Gruppen mit jeweils fünf oder sechs Teams 20 EM-Teilnehmer ermittelt. Die Teilnahme an diesem Turnier zu sichern, ist die nächste Aufgabe für Löw und seine Spieler. Allerdings droht dabei nach dem 2:2 gegen die Niederlande ein schlechter Lostopf. Es könnte für den Weltmeistercoach des Jahres 2014 also doch ungemütlich weitergehen.

Langzeitprojekt WM 2022 in Katar

Falls es gut geht, bleibt ihm noch ein Langzeitprojekt: die nächste Weltmeisterschaft in vier Jahren im Wüstenstaat Katar. Nach den Endrunden 2006 in Deutschland (Platz drei als Assistent von Jürgen Klinsmann), 2010 in Südafrika (Platz 3), 2014 in Brasilien (Titelgewinn) und dem Flop in Russland wäre es sein fünftes WM-Turnier als DFB-Coach.