BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

"Löchrig" - Lauterbach kritisiert DFL-Hygienekonzept | BR24

© picture-alliance/dpa

Karl Lauterbach

1
Per Mail sharen

    "Löchrig" - Lauterbach kritisiert DFL-Hygienekonzept

    Am Wochenende rollt der Ball wieder in den Stadien. Die Liga-Verantwortlichen loben das Hygiene-Konzept der DFL. Doch Epidemiologe Karl Lauterbach kritisiert dieses Konzept als "löchrig" und "nicht wasserdicht".

    1
    Per Mail sharen

    Auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich als großer Befürworter des Maßnahmenkatalogs. Es handle sich "sich um ein "wie ich sehe und höre intensives und sehr gutes Hygienekonzept", sagte Söder im April. Das Konzept der DFL und des DFB zum Schutz und zur Hygiene im Sonderspielbetrieb scheint detailliert und professionell sein - aber das umstrittene Facebook-Video des Hertha-Spielers Salomon Kalou lässt Zweifel an der Umsetzung aufkommen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gehört zu den größten Kritikern des Konzepts und bezeichnet das von der DFL erarbeitete Konzept als "löchrig" und "nicht wasserdicht".

    Manipulationsversuche nicht ausgeschlossen

    Der Epidemiologe hält Manipulationsversuche bei Corona-Tests nicht für ausgeschlossen. "Ich würde mich auf die Entnahme der Proben nicht verlassen. Wenn ein Verein beispielsweise um entscheidende Punkte spielt und fürchtet, bei positiven Tests nicht weiter trainieren oder gar spielen zu können, dann ist die Versuchung natürlich sehr groß, dass man entweder nicht testet oder den Abstrich so macht, dass er nicht positiv sein kann", sagte Lauterbach im NDR-Interview.

    "Wenn das jetzt auf die Schnelle abgestrichen wird durch Laien, ohne dass es wirklich überwacht wird, dann kann es gut sein, dass man jede zweite Infektion nicht findet, obwohl sie da ist." Karl Lauterbach

    Sorge um die Gesundheit der Spieler

    Die Spieler sieht der 57-Jährige einem unnötigen Risiko ausgesetzt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Profis mit Viruslast spielten oder trainierten. Die Folge könnten bleibende Schäden am Herzen oder den Nieren sein. "Die Gesundheit der Spieler hat so gut wie keine Rolle gespielt, sie ist nur ein Nebenaspekt", sagte Lauterbach. Aber schon jetzt sei der Schaden erheblich, weil der Eindruck entstehen konnte, dass es in der Bundesliga nur noch ums Geld und weniger um den Sport gehe.

    Auch Sportausschuss-Vorsitzende Freitag mahnt externe Kontrollen an

    Kritik am Konzept der DFL übte auch die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages, Dagmar Freitag. Sie bemängelt vor allem das Fehlen externer Kontrollen. "Die Vereine müssen einen Hygiene-Beauftragten aus dem medizinischen Bereich benennen, der für die Kontrollen zuständig ist. Im Prinzip bleibt die Kontrollinstanz systemimmanent", sagte Freitag im WDR-Podcast "Einfach Fußball": "Das heißt nur von innen überwacht jemand, ob es tatsächlich richtig ausgeführt ist."