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Lochners letzte Chance auf WM-Titelverteidigung im Zweier-Bob | BR24

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Dem Bob-Weltmeister Johannes Lochner aus Berchtesgaden wurde vom Bundestrainer René Spies der Platz im Zweierbob aberkannt. Jetzt muss er in diesem Schlitten in einem "Alles-oder-nichts-Rennen" um die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft kämpfen.

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Lochners letzte Chance auf WM-Titelverteidigung im Zweier-Bob

Johannes Lochner ist amtierender Weltmeister im Zweier-Bob. Doch ob der Berchtesgadener seinen Titel bei der Heim-WM in Altenberg verteidigen kann, ist trotz jüngster Erfolge fraglich.

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Der Berchtesgadener durfte zuletzt nur noch im Viererbob starten, der Zweier blieb ihm verwehrt. Und das als Pilot, der in dieser Disziplin auch schon drei WM-Medaillen gewonnen hat: Bronze 2017 in Königssee, Silber 2016 in Igls und Silber 2015 in Winterberg. Zudem hatte er seinen Startplatz ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt eingebüßt, an dem er auf Platz eins in der Weltcupwertung stand.

"Du fängst dann an zum Überlegen und zweifelst dann so ein bisserl an Dir, ob das überhaupt noch Sinn macht, was Du da machst." Bob-Weltmeister Johannes Lochner

Überflieger Friedrich, Walter und der Junior Oelsner als Konkurrenz

Die interne Konkurrenz ist riesengroß. Seriensieger Francesco Friedrich überragt aktuell alle im deutschen Team, zuletzt holte er jeweils drei Erfolge hintereinander im Zweier als auch im Viererbob. Nico Walter fuhr am stärksten bei der nationalen Ausscheidung. Und auch Juniorenweltmeister Richard Oelsner präsentierte sich dort besser und bekam deshalb den dritten und letzten Startplatz von Lochner. "Natürlich müssen wir uns für die Zukunft ausrichten. Wir müssen sehen, dass die Leute, die da nachkommen, auch Chancen bekommen, wenn sie die Leistung zeigen", so begründete der Bundestrainer René Spies seine Entscheidung.

Ausscheidungsrennen für die Heim-Weltmeisterschaft

In dieser Saison ist vieles auf die Heimweltmeisterschaft im Februar in Altenberg ausgerichtet. Dort hatte der Bundestrainer deswegen auch die nationalen Ausscheidungsrennen angesetzt. Beide Male sah dabei Lochner nicht gut aus im Vergleich zu seinen Konkurrenten. "Ich hab‘ das dann wirklich zweimal verkackt aus der Neun raus, war auch kurz vor einem Sturz und bin Letzter geworden", gab er zu. "Am Ende bin ich dafür verantwortlich, dass wir erfolgreich sind. Und dementsprechend erwarte ich dann auch von Profis, dass sie diese Entscheidung akzeptieren und beim nächsten Mal dann in Selektionen dann auch besser sind", erklärte der Bundestrainer.

Europameistertitel und Podestplätze als Empfehlung

Lochner tat seit seiner Degradierung einiges, um den Bundestrainer umzustimmen. Der Oberbayer wurde Europameister im großen Schlitten und schaffte es bei neun Starts in diesem Winter siebenmal aufs Podest. Der 29-Jährige hat den Coach dadurch so ins Grübeln gebracht, dass er ihm am nächsten Wochenende eine einmalige Chance gibt, sich doch noch im Zweierbob für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

"Knallhart": Podestplatz in St. Moritz als letzte Möglichkeit

Fährt er in St. Moritz mit seinem Anschieber Christopher Weber einen Podestplatz ein, wird er bei der Heim-WM sowohl im Zweier als auch im Vierer starten. "Wird er dabei nur Vierter oder platziert sich noch schlechter, fährt Oelsner im Zweier zur WM", hieß es in einer Mitteilung des Bob-Verbandes. "Das ist eine knallharte Entscheidung", gab Spies zu, verwies aber zugleich darauf, dass man "die Leistungen immer im internationalen Vergleich sehen" müsse.

Lochner gibt sich kämpferisch: "Natürlich ist es jetzt in St. Moritz sowieso ein Highlight der Saison, auf der Bahn wieder mit beiden Schlitten am Start zu sein. Und dann geht’s mit Chris Weber im Zweier auf die Bahn und dann zeigen wir, was wir können". Die Geschichte könnte also doch noch ein gutes Ende haben.

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Bundestrainer René Spies gibt Johannes Lochner noch eine Chance auf den eigentlich verwehrten Zweierbob. Fährt er in St. Moritz mit Christopher Weber einen Podestplatz ein, wird er bei der Heim-WM sowohl im Zweier als auch im Vierer starten.