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Laura Dahlmeier spricht über die "wiedergewonnene Freiheit" | BR24

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Rund fünf Monate nach ihrem Karriereende freut sich Laura Dahlmeier über die "wiedergewonnen Freiheit". Endlich kann sie zahlreiche liegengebliebene Projekte umsetzen. Stillsitzen kann sie nämlich nicht, wie sie in unserem Interview verrät.

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Laura Dahlmeier spricht über die "wiedergewonnene Freiheit"

Rund fünf Monate nach ihrem Karriereende freut sich Laura Dahlmeier über die "wiedergewonnen Freiheit". Endlich kann sie zahlreiche liegengebliebene Projekte umsetzen. Stillsitzen kann sie nämlich nicht, wie sie in unserem Interview verrät.

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Bei ihrem Karriereende hatte sich Dahlmeier schlichtweg erst einmal gefreut, "dass dieser ganze Rummel vorbei ist". Sie merkte: "Jetzt reicht's, jetzt ist es genug, ich stehe nicht mehr so ganz dahinter". Für sie stand fest: "Ich kann's dann nicht mehr perfekt machen. Und wenn ich's nicht mehr perfekt machen kann, dann lass ich's lieber".

"Ich habe diese Freiheit genossen"

Als erstes hat sie dann ihre gesamte Ausrüstung "in den Keller verräumt". Danach ging es in den Iran auf Skitour. Im Sommer war sie sehr viel beim Klettern und mit dem Rad unterwegs. Sie bemerkt: "Ich war einfach frei, ich habe diese Freiheit genossen". Sie geht jetzt "auch abends einfach mal weg". Es ist auch "egal, wenn man mal ein Bier trinkt". "Einfach nur auf die Couch legen", das kann sie sich aber nicht.

"Langweilig wird's mir nicht"

Ganz im Gegenteil: Zahlreiche Projekte warten darauf, umgesetzt zu werden. Sie nimmt an der Berglauf-WM teil, sie absolviert ein Studium, sie hat ein Buch geschrieben. "Langweilig wird's mir ja nicht", sagt die 26-Jährige. "Mir war es schon wichtig, dass ich gleich wieder neue Projekte habe und neue Ideen", erklärt sie und ergänzt: "Es war so viel, was ich immer aufgeschoben habe, was einfach nicht möglich war in der aktiven Zeit".

"Einfach so durch den Wald laufen"

Bei den ersten Bergläufen in Oberbayern erlebt sie eine ganz andere Welt, als im stressigen Biathlon-Weltcup. "Ich bin in der Früh mit meinem Auto an die Strecke gefahren, habe mir die Startnummer geholt, bin zehn Minuten eingelaufen und an den Start gegangen. Dann bin ich einfach gelaufen, nur für mich im Wald", erklärt Dahlmeier. Im Ziel habe sie dann "ein Interview gegeben" und ist "wieder heimgefahren und hat im eigenen Bett geschlafen".

Das Abenteuer Berglauf-WM

Nun sucht sie auch in dieser Disziplin eine neue Herausforderung. Sie nimmt an der Berglauf-WM in Patagonien in Argentinien teil. Das sieht sie auch als persönliches Abenteuer: "Ich war noch nie in Argentinien, ich war erst einmal in Südamerika". Auch die Ambitionen sind ganz neu für Dahlmeier, es geht nicht mehr ausschließlich das Siegen: "Ich möchte das einfach schaffen. Ich möchte einfach nur durchkommen", sagt die Sportlerin.

"Mit Verantwortung in den Bergen unterwegs sein"

Als Autorin des Buches "Laura und die Klimagang" will Dahlmeier auch "mit Verantwortung in den Bergen unterwegs sein". Das Bewusstsein für den nötigen Umweltaspekt erklärt sie detailliert und mit persönlichen Erlebnissen: "Ich bin viel in den Bergen unterwegs. Und man sieht die Veränderungen, man spürt sie. Da sind Gletscher, die jetzt einfach nicht mehr da sind. Da sind Klettertouren, die auf einmal so gefährlich werden, weil es einfach brüchig wird auf Grund von dem Permafrost, der nicht mehr da ist". Da gäbe es viele Sachen, die sie "einfach am eigenen Leib gespürt" hat. Auch mit diesen Botschaften kommt sie an. Bei der Buchvorstellung seien ihr "die Kinder an den Lippen gehangen", erzählt die 26-Jährige.

Ein Abschiedslauf und "ungewohntes Stillsitzen" für den Trainerschein

Nach einem halben Jahr kompletter Auszeit hat sich aber auch herauskristallisiert, dass Dahlmeier "mit dem Biathlonsport weiter verbunden ist". Mit etwas Abstand kann sie das jetzt auch "wieder genießen". Für das Abschiedsrennen in der Arena auf Schalke hat sie "sogar das Gewehr wieder ausgepackt und ein paar Schuss geprobt". Außerdem macht sie nun den B-Trainerschein und will Sport studieren. Nur "das mit dem Stillsitzen in den Vorlesungen, aufpassen, mitschreiben" ist für sie noch ungewohnt. Trotzdem ist sie "überzeugt, dass das schon irgendwie klappt".