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Nach Zwei-Tore-Führung vergibt DFB-Elf den Sieg | BR24

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Stimmen zum Unentschieden der deutschen Nationalmannschaft im Testspiel gegen Argentinien

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Nach Zwei-Tore-Führung vergibt DFB-Elf den Sieg

Nach einer beeindruckenden ersten Halbzeit gab die junge deutsche Nationalmannschaft im Testspiel gegen Argentinien den Vorsprung doch noch aus der Hand und spielte 2:2 unentschieden.

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Verletzungs- und krankheitsbedingte Personalsorgen zwangen Bundestrainer Joachim Löw zur Nominierung sehr junger und unerfahrener Spieler. Mit Verteidiger Niklas Stark und Jonathan Tah hatten sich Mittwochfrüh noch zwei weitere Spieler abgemeldet. Aber auch beim Gegner aus Argentinien fehlten die ganz großen Namen. Lionel Messi war gesperrt, Angel di Maria und Sergio Agüero standen nicht im Kader.

Furiose erste Halbzeit der vermeintlichen Not-Elf

Waren bei der WM 2018 noch neun Weltmeister an Bord, so konnte Bundestrainer Joachim Löw erstmals auf keinen einzigen Weltmeister zurückgreifen. Dennoch erwischte die Löw-Elf nach einer Gedenkminute für die Opfer aus Halle einen guten Start. Mit hohem Tempo, guten Ideen und feinen Spielzügen bereiteten sie der argentinischen Abwehr einige Schwierigkeiten. Serge Gnabry, der sich nach einem langen Diagonalball durch drei Gegenspieler durchsetzte, legte in der 16. Minute zum 1:0 vor. Der 24-Jährige vom FC Bayern München schoss damit das zehnte Tor in seinem elften Länderspiel.

Nur sechs Minuten später kam Kai Havertz nach Ballgewinn von Luca Waldschmidt zum Schuss und verlängerte nach Hereingabe von Gnabry zum 2:0. Für den Leverkusener, der mit seinen 20 Jahren derzeit jüngster Spieler der Nationalmannschaft ist, war es das erste Länderspieltor. Damit fiel schon mal die erste Anspannung ab, hatte die ersatzgeschwächte Mannschaft ihre Erwartungen doch eher tief gestapelt.

Nach Wechsel dem Druck nicht standgehalten

Zum Prestigesieg sollte es dann aber doch nicht kommen. Mit dem zweifachen Wechsel direkt nach der Pause - für Rojo kam Arcuna und für Correa kam Ocampos - stellten sich die Argentinier offensiver auf und nahmen den Deutschen den Wind aus den Segeln. Spätestens nach dem Wechsel von Lucas Alario kam die Löw-Elf auch in der Defensive ins Wanken. Die Gäste gerieten in Fahrt und erspielten sich einige gute Chancen, bis Luca Alario selbst in der 66. Minute ein wenig aus dem Nichts zum 2:1 verkürzte.

Auch die Einwechslung von Nadiem Amiri in der 67. Minute brachte die DFB-Auswahl nicht zurück ins Spiel. Massive Abstimmungsfehler in der Defensive stärkten die Argentinier von Angriff zu Angriff. In der 85. Minute folgte die logische Konsequenz: Lucas Ocampos traf nach Ballverlust von Serdar und glich zum 2:2 aus.

Ein Abend tieferer Erkenntnisse

Nach zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten sicherlich ein faires Ergebnis. Ging die erste Hälfte klar an die Deutschen, so wussten die Argentinier in der zweiten Halbzeit die fehlende Routine der DFB-Auswahl geschickt auszunutzen. "Am Ende hat man gemerkt, dass wir eine neue Mannschaft waren", resümierte Julian Brandt nach der Partie. Robin Koch, Luca Waldschmidt, Nadiem Amiri und Suat Serdar hatten erstmals das DFB-Trikot getragen.

Obwohl man einen Zwei-Tore-Vorsprung verschenkt hatte, zeigte sich Bundestrainer Joachim Löw nicht unzufrieden mit seiner jungen Mannschaft. Löw konnte die Einsicht mitnehmen, dass auf die zweite bis dritte Reihe Verlass ist und die jungen Spieler viel für die Zukunft hoffen lassen.

Wir wollten von Anfang an im Spiel sein und unsere Chancen suchen. Wir konnten das leider nicht halten über 90 Minuten. Aber wie die neuen Spieler sich gezeigt haben, damit bin ich schon zufrieden. Wir hatten ein paar Ballverluste, nicht mehr so viel Mut und sind ins Schwimmen geraten. Argentinien hat alles nach vorne geworfen, da hätte ich mir mehr Ruhe gewünscht in der Mannschaft. Bundestrainer Joachim Löw

Am kommenden Sonntag um 20.45 Uhr treffen die Deutschen nun in der EM-Qualifikaton auf Estland.

Deutschland - Argentinien 2:2 (2:0)

Deutschland: ter Stegen/FC Barcelona, Klostermann/RB Leipzig, Süle/FC Bayern München, Koch/SC Freiburg, Halstenberg/RB Leipzig, Kimmich/FC Bayern München, Can/Juventus Turin, Havertz/Bayer 04 Leverkusen (83. Rudy/TSG 1899 Hoffenheim), Gnabry/FC Bayern München (71. Serdar/FC Schalke 04), Waldschmidt/SC Freiburg, Brandt/Borssia Dortmund (67. Amiri/Bayer 04 Leverkusen)

Argentinien: Marchesin/FC Porto, Foyth/Tottenham Hotspur, Otamendi/Manchester City, Rojo/Manchester United (46. Ocampos/Olympique Marseille), Tagliafico/Ajax Amsterdam, Paredes/Paris Saint-Germain, Pereyra/FC Watford (76. Saravia/FC Porto), de Paul/Udinese Calcio (92. Rodriguez/América), Correa/FC Watford (46. Acuna/Sporting Lissabon), Dybala/Juventus Turin (62. Alario/Bayer 04 Leverkusen), Martinez/ FC Bayern München

Tore: 1:0 Gnabry (16.), 2:0 Havertz (22.), 2:1 Alario (66.), 2:2 Ocampos (85.)

Schiedsrichter: Clement Turpin

Zuschauer: 45.197