BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Laegreid triumphiert im WM-Massenstart, Peiffer nur Zwölfter | BR24

© BR

Für den Wintersport und die deutschen WM-Teams war es heute kein guter Tag. Weder im Slalom der Männer in Cortina d'Ampezzo noch bei den Massenstarts der Biathleten in Pokljuka gab es Edelmetall.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Laegreid triumphiert im WM-Massenstart, Peiffer nur Zwölfter

Sturla Holm Laegreid und Johannes Dale beenden die norwegischen Festspiele im slowenischen Pokljuka mit einem Doppelsieg im Massenstart. Der Franzose Quentin Fillon Maillet holt Bronze. Bester Deutscher ist Arnd Peiffer auf Rang zwölf.

Per Mail sharen
Von
  • Sonja Weinfurtner

Arnd Peiffer vom WSV Clausthal-Zellerfeld und Benedikt Doll (SZ Breitnau) haben zum Abschluss der Biathlon-WM im slowenischen Pokljuka eine weitere Medaille für den DSV verpasst. Im Massenstart über 15 Kilometer kam Peiffer als bester der beiden deutschen Starter auf Rang zwölf. Auf das Podest fehlte dem 33-Jährigen nach drei Schießfehlern fast eine Minute. Einen Tag nach der Enttäuschung mit der Herren-Staffel verspielte der Routinier (+1:09,2) erst im letzten Stehendanschlag einen Podestplatz.

Nur Rang 23 für Doll

An Benedikt Doll lief das Rennen dagegen schon nach dem ersten Schießen aussichtslos vorbei: Mit zwei Strafrunden setzte er seine Reise als Letzter fort. Danach ließ der 30-Jährige noch weitere vier Scheiben stehen und hatte insgesamt im Ziel 2:58,5 Minuten Rückstand - das bedeutete Platz 23.

Damit blieb es für die deutschen Männer - wie schon im Vorjahr bei der WM in Antholz - bei einer Medaille, die Peiffer im Einzel Silber gewonnen hatte.

"Ich hab vorher gesagt, ich würde gerne mit einer Medaille nach Hause fahren. Ich bin schon zufrieden, unter dem Strich passt es schon." Arnd Peiffer

Norweger Laegreid holt Gold

Der 24-jährige Norweger Sturla Holm Laegreid holte in 36:27,2 Minuten mit nur einem Schießfehler seinen zweiten Einzeltitel auf der slowenischen Hochebene. Silber ging an seinen Landsmann Johannes Dale, der zwei Fehler produzierte (+10,2 Sekunden). Bronze holte der Franzose Quentin Fillon Maillet - ebenfalls mit zwei Strafrunden (+12,8 Sekunden).

Laegreid stahl mit seiner vierten Goldmedaille in Pokljuka seinem Landsmann Johannes Thingnes Bö die Show, der hinter den an ihn gestellten Erwartungen blieb.

Massenstart ohne Lesser, Rees und Kühn

30 Athleten gingen im Massenstart ins Rennen. Die 15 Bestplatzierten des Gesamt-Weltcups waren fix qualifiziert. Zudem waren alle Medaillengewinner der Einzelrennen dabei. Komplettiert wurde das Feld mit den punktbesten Athleten dieser WM. Geschossen wurde über die 15 Kilometer vier Mal, wobei ein Fehler eine Strafrunde zur Folge hatte.

Erik Lesser, Roman Rees und Johannes Kühn hatten die Qualifikation für den Massenstart verpasst.

WM-Fazit

Die Bedingungen in Pokljuka waren stets fair, es herrschten traumhafte Wetterbedingungen, der Wind spielte kaum eine Rolle. Die erfolgreichste Nation war wie zu erwarten Norwegen, die heute am Abschlusstag noch einmal vier Medaillen in den Massenstarts mitnehmen konnten.

Der Deutsche Skiverband hingegen konnte nicht das erreichen, was man vor der ersten "Corona-WM" vorgegeben hatte. Nach zwölf Medaillenentscheidungen stehen nur zwei Silbermedaillen für das deutsche Team zu Buche: Silber im Einzel für Arnd Peiffer und Silber in der Damen-Staffel. In den Einzelrennen lieferten die deutschen Frauen um Franziska Preuß stets gute Ergebnisse, letztlich fehlte aber immer das Quäntchen Glück. Der erfolgsverwöhnte DSV muss sich Sorgen um seine Biathlon-Zukunft machen: Neben Preuß sind keine jungen Athleten am Start, es gibt keine konkurrenzfähige zweite Reihe.

"Wir haben sicherlich nicht das erreicht, was wir erreichen wollten. Die Erwartungshaltung war hoch, aber wenn man nur drei Mal in der Saison auf dem Podium war, kann man nicht davon ausgehen, dass wir bei der WM immer oben stehen. Es ist sicherlich nicht alles aufgegangen, aber wenn ich die Platzierungen sehe, kann man nicht von einer Enttäuschung sprechen." Mark Kirchner

Kaum positive Corona-Tests in Pokljuka

Die Corona-Blase der IBU funktionierte: Der Weltverband bildete weitere Blasen in der Bubble, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Sportler und Betreuer waren in der roten Gruppe, Helfer und Organisatoren in der blauen, Medienvertreter in der gelben. Insgesamt 3.300 Tests wurden im Testzentrum am Bleder See genommen, mit elf positiven Ergebnissen. Athleten waren keine betroffen, prominentester Fall war Österreichs Cheftrainer Ricco Groß.