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Mehmet Scholl

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    Kritik an "Laptop-Trainern"

    ARD-Fußballexperte Mehmet Scholl hat im Nachrichtenmagazin Der Spiegel harsche Kritik an der Trainerausbildung in Deutschland geübt. Vielen jungen Trainern ohne Profierfahrung wirft er Taktikhörigkeit vor.

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    "Je mehr ich die Kandidaten beobachtet habe, die mit Bestnoten abschließen, die dieses typische Kursbestergesicht haben und die Kursinhalte aufgesogen haben, desto mehr sträubten sich bei mir die Nackenhaare", so der 44-Jährige, der seinen Vertrag als Fußballexperte der ARD gerade bis zur WM 2018 in Russland verlängert hat. "Bei denen ist Taktik oberstes Gebot, das sind Laptop-Trainer." 

    Der frühere Profi des FC Bayern München und des Karlsruher SC, der als Trainer zuletzt die Reservemannschaft des FC Bayern betreute, sieht eine Fehlentwicklung: "Im Moment kommt eine Schwemme von Trainern auf den Markt, immer der gleiche Typus, der alles anders macht, als ich es machen würde." Weiter sagte Scholl in dem Interview: "Die haben nie selbst oben gespielt und auch keine Ahnung, wie ein Profi auf höchstem Niveau tickt. Sie denken an Spitzenfußball, haben ihn aber selber nie erlebt."

    Elf Spezialisten - das wäre normal

    Die Diskussion über Spielsysteme sei total überhitzt, findet Scholl: "Die Profis werden doch viel zu sehr in diesen Systemen herumgeschoben. Warum sollte ein Spieler drei verschiedene Positionen beherrschen? Normalerweise besteht eine Mannschaft aus elf Spezialisten." Der Blick für das Wesentliche gehe verloren, betonte der Ex-Bayern-Profi, der seine Trainerfunktion wegen seiner Anstellung als TV-Experte zurzeit ruhen lässt. Scholl: "Für mich ist klar, dass ich spätestens nach Ende der TV-Tätigkeit meiner Leidenschaft als Trainer nachgehen werde. Auf welchem Niveau auch immer."