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Kristina Vogel: Querschnittslähmung - und jetzt? | BR24

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Kristina Vogel

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    Kristina Vogel: Querschnittslähmung - und jetzt?

    Die querschnittsgelähmte Radsport-Doppelolympiasiegerin Kristina Vogel stellte sich zum ersten Mal seit ihrem Unfall der Öffentlichkeit. Dabei ging es um die Frage, wie es mit ihr und ihrer Behandlung weitergeht.

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    Seit zweieinhalb Monaten wird die 27 Jahre alte Ausnahmeathletin, die seit dem Trainingssturz vom 26. Juni vom siebten Brustwirbel abwärts gelähmt ist, im Unfall-Krankenhaus Berlin-Marzahn behandelt. Ihre Reha will sie bis Weihnachten fortsetzen, um danach in ihr neu gebautes Haus in Erfurt umzuziehen.

    Vogel ist nicht die erste Spitzensportlerin, die mit dem Schicksal einer Querschnittslähmung leben muss. Wir haben ein paar Beispiele von Sportlerinnen und Sportlern herausgesucht, die nach einem Sportunfall mit diesem Handicap leben und die Vogel Mut machen können.

    Ronny Ziesmer

    Ronny Ziesmer verletzt sich bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2004 in Athen schwer. Nach einem Überschlag mit anschließendem Rückwärtssalto schlägt der ehemalige Turner mit dem Nacken auf und bricht sich das Rückgrat. Diagnose: Querschnittlähmung, Arme und Beine sind betroffen. Nach hartem Training kann der 39-Jährige seine Arme wieder eingeschränkt bewegen. Den Spaß am Sport hat er nicht verloren. Der ehemalige Turner ist jetzt Leichtathlet. Sein großer Traum: die Paralympics 2020.

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    Turner Ronny Ziesmer kämpfte sich zurück. Sein großer Traum: die Paralympics 2020.

    Kira Grünberg

    Die österreichische Stabhochspringerin Kira Grünberg verletzt sich am 30. Juli 2015 bei einem Trainingsunfall schwer. Die damals 21-Jährige platziert den Sprungstab zwar noch richtig am Einstichkasten, bekommt aber nicht genug Schwung und stürzt vor die Matte. Dort prallt sie mit dem Hals an den Rand des Einstichkastens und zieht sich dabei einen Bruch des fünften Halswirbels zu. Seitdem ist Grünberg querschnittsgelähmt. Ihren Lebensmut und Kampfgeist verlor die sympathische Österreicherin aber nie. Sie kämpfte sich zurück ins Leben, lernte eine neue Atemtechnik und kann heute sogar wieder ihre Arme bewegen. Grünberg ist Sprecherin für Menschen mit Behinderung und sie ist in der österreichischen Politik aktiv.

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    Kira Grünberg ist nach ihrem Trainingsunfall in der österreichischen Politik unterwegs.

    Nick Fairall

    Nick Fairall - 2015 stürzt der amerikanische Skispringer in der Qualifikation zum Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen schwer und zieht sich dabei eine Wirbelsäulenverletzung zu. Wegen eines Bruchs des Lendenwirbels ist er seither komplett querschnittsgelähmt. Den Lebensmut und die Liebe zum Sport verlor er nicht: Im Winter fährt er Monoski, im Sommer Wasserski.

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    Nick Fairall hat die Liebe zum Sport nicht verloren.

    Joachim Deckarm

    Am 30.März 1979 zieht sich Jo Deckarm beim Europapokalspiel seines VfL Gummersbach im ungarischen Tatabanya schwere Kopfverletzungen. Der Handballprofi prallt während eines Tempogegenstoßes mit einem Gegenspieler zusammen und fällt mit dem Kopf auf den Betonboden. Der damals 25-Jährige erleidet einen doppelten Schädelbasisbruch, einen Gehirnhautriss und schwere Gehirnquetschungen. Deckarm erwacht nach 131 Tagen aus dem Koma, ist allerdings seitdem motorisch sehr eingeschränkt. Sogar das Sprechen muss er neu lernen. Nach vielen Trainingsjahren kann er wieder sprechen und ein paar Schritte gehen.

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    Joachim Deckarm galt als bester Handballer seiner Zeit.

    Alessandro Zanardi

    Bei einem Unfall auf dem Lausitzring 2001 verliert Alessandro Zanardi beide Beine. Trotzdem fährt er weiter Rennen und beginnt mit dem Paracycling. In seiner neuen Sportart gewinnt der heute 51-Jährige drei Mal Gold bei Paralympics. Außerdem fängt er mit dem Triathlon an und qualifiziert sich mehrmals für den Iron Man auf Hawaii. Im August startete er zudem als Gastfahrer bei einem DTM-Rennen.

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    Alessandro Zanardi ist erfolgreicher Paralympics-Teilnehmer.

    Elisa Chirino

    Elisa Chirino gilt als große Nachwuchshoffnung im Turnen, als sie sich 2014 im Alter von 16 Jahren bei einem Trainingssturz den vierten und fünften Halswirbel bricht. Beim Abgang vom Stufebarren kracht sie unglücklich auf den Boden, wird notoperiert. Seit diesem Moment ist die junge Sportlerin querschnittsgelähmt und kann weder ihre Arme noch Beine bewegen. Eineinhalb Jahre ist sie im Krankenhaus in Berlin, kämpft sich zurück ins Leben – Physiotherapie, Ergotherapie, Krafttraining und Massagen gehören zum Alltag. Mittlerweile lebt sie in einer eigenen Wohnung, sie wird von Pflegekräften und von ihren Schwestern unterstützt.

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    Elisa Chirino brach sich im Alter von 16 Jahren den vierten und fünften Halswirbel.