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Kreative Wintersportler: Palettengerüst statt Big-Air-Schanze | BR24

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Snowboarderin Silvia Mittermüller beim Training im heimischen Garten

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    Kreative Wintersportler: Palettengerüst statt Big-Air-Schanze

    Ski-Freestyler David Zehentner und Snowboarderin Silvia Mittermüller hatten ihren Frühling mit viel Action im Schnee geplant. Jetzt trainieren sie im heimischen Garten auf kleinen Rampen.

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    Von
    • Margot Lamparter

    Zehentner wollte auf dem Gletscher neue Tricks lernen, Mittermüller freute sich auf einen langen Saisonausklang in den USA. Doch es kam mit der Corona-Krise ganz anders. Die Wintersportler saßen daheim fest statt sich an Alpenhängen oder in den Rocky Mountains über Sprünge und Parcours zu stürzen. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, war Kreativität gefragt. Im heimischen Garten wurden jeweils kleine Rampen gebaut. "Wenn man Action-Sportler ist, dann braucht man so etwas im Leben", erzählt Mittermüller.

    Palettengerüst statt Big-Air-Schanze

    Die 36-Jährige ist eine der erfahrensten Snowboarderinnen und seit fast 20 Jahren im Weltcup unterwegs. Sie wagte sich über gigantische Big-Air-Schanzen und durch komplizierte Slopestyle-Kurse. Jetzt steht sie auf einer 1,80 Meter hohen Konstruktion im Hinterhof ihres Hauses im Münchner Osten und fühlt sich ähnlich wie vor 20-Meter-Sprüngen im Weltcup. "Dieses Gefühl, wenn du oben stehst, das Kribbeln erleben, ausatmen, losstarten: Genau den Moment kriegt man auch auf einem Palettengerüst mit Teppich und einem zwei Meter langen PVC-Rohr vom Baumarkt," erklärt sie mit einem Augenzwinkern.

    Die Konstruktion, die an eine Rail erinnert, also ein Geländer zum Darüberrutschen, hat sie Zusammen mit ihrem Freund, dem Snowboarder Leon Gütl zusammengeschraubt. "Wir waren schockiert, wie sauschwierig das ist. Es sieht easyer aus, als es ist", sagt Mittermüller, die bis Anfang Mai eigentlich in Breckenridge in den USA sein wollte, um dort wie jedes Jahr den Snowboard-Frühling zu genießen.

    Rail-Tricks überm Pizzaofen

    Ski-Freestyler Zehentner hatte sich dagegen den Frühling auf Gletschern in Österreich und der Schweiz ausgemalt. "Gerade in der Zeit im April werden bei uns die meisten Tricks gelernt", erzählt er - auf weichem Schnee tun Stürze weniger weh. Als daraus nichts wurde, baute der 17-Jährige den Garten des elterlichen Wohnhauses in Bayrischzell um und errichtete ebenfalls eine fast 20 Meter lange Anlage samt Rohr, auf dem er mit seinen Ski entlang rutscht. Das sieht nach Spaß aus, hat aber auch einen Trainingseffekt, wie er betont. "Wenn man normalerweise im Herbst in die Skischuhe steigt, ist es zunächst immer etwas komisch. So aber bin ich das ganze Jahr die Schuhe gewohnt." Außerdem lassen sich im Garten Rail-Tricks festigen, wenn man sie einfach permanent wiederholt. Erst wird der Startteppich mit dem Gartenschlauch gewässert, dann kann es losgehen.

    Der Teenager will in der nächsten Saison in den Weltcups weiter nach vorn fahren, um langsam in Olympia-Form für 2022 zu kommen. "Wir haben noch viel aufzuholen bis zur Weltspitze", räumt er ein. Die Rail-Konstruktion im Garten war ohnehin für den Sommer geplant; nun wurde der Bau der Rampe - die darüber hinaus auch noch ein Wetterschutz für einen Pizzaofen ist - einfach vorgezogen.