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Kommt Tennis als erste Sportart aus der "Quarantäne“? | BR24

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Joggen und Fahrradfahren sind erlaubt, alles andere ist derzeit verboten. Die Diskussion, ob man jetzt je nach Sportart unterschiedliche Regelungen treffen kann, nimmt zu. Tennis könnte es als erste Sportart aus der Corona-"Quarantäne" schaffen.

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Kommt Tennis als erste Sportart aus der "Quarantäne“?

Joggen und Fahrradfahren sind erlaubt, alles andere ist derzeit verboten. Die Diskussion, ob man jetzt je nach Sportart unterschiedliche Regelungen treffen kann, nimmt zu. Tennis könnte es als erste Sportart aus der Corona-"Quarantäne" schaffen.

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Social Distancing ist beim Tennis normal. Beim TC Großhesselohe schlägt Philipp Kohlschreiber den Ball auf der einen Seite des Feldes, sein Trainingspartner steht gut zwanzig Meter entfernt auf der anderen. "Wenn man jetzt Übungen macht, wo man durchs Netz auf jeden Fall schon mal getrennt ist und viele Meter voneinander spielen kann, ohne Handshake, ohne Begrüßung, dann sollte es eigentlich meiner Meinung nach wirklich kaum Ansteckungspunkte geben. Besonders, wenn eben die Freiluftsaison anfängt", so Kohlschreiber. Auch für Christopher Kas, Teamchef beim TC Großhesselohe ist Tennis "prädestiniert als Corona-Sport", so Kas. "Der Tennisplatz ist 23,77 Meter lang. Man muss sich nicht nahekommen."

Verbandspräsident hält Einzel und Doppel bald wieder für möglich.

Der Präsident des Bayerischen Tennis-Verbandes (BTV) Helmut Schmidbauer hält nicht nur Einzel, sondern auch Doppel bald wieder für möglich. Er steht im ständigen Austausch mit dem Sportministerium und dem Deutschen Tennisbund und macht den Tennistrainern, Vereinen und Spielern Hoffnung: "Ich gehe davon aus und bin optimistisch, dass der Tennissport auch in der nächsten Zeit wieder stattfinden wird. Im Breitensportbereich, also Regionalliga bis Kreisliga nach unten." Mit einem Start des Sommer-Wettspielbetriebs rechnet der BTV am 8. Juni.

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Der Präsident des Bayerischen Tennis-Verbandes Helmut Schmidbauer glaubt, "dass ab Mitte Mai der Tennisbetrieb wieder stattfindet."

Tennis in Klein-Gruppen ist schwierig zu organisieren

Profis wie Philipp Kohlschreiber haben eine Ausnahmegenehmigung bekommen, Tennislehrer wie Sven Korsch vom TSV Moosach dürfen ihren Beruf im Moment dagegen nicht ausüben. Das Problem sieht er nicht mal auf dem Platz, sondern eher davor und danach: "Ganz schwierig Gruppenkurse mit vier Kindern", so Korsch. Denn die Kinder werden "meistens von den Eltern gebracht, dann sind es schon mal sieben oder acht Leute die Kontakt miteinander haben. Dann ist die Stunde vorbei und dann kommen die nächsten mit ihren vier Kindern." Gerne wir der Tennisnachwuchs auch von der Risikogruppe Großeltern chauffiert. Mit Regeln für die gesonderte Übergabe sollte das aber gelöst werden können.

In Tschechien darf wieder gespielt werden

Sepp Maier wird trotzdem langsam ungeduldig. Die Fußballlegende hat auf Twitter schon Markus Söder kritisiert und ihn aufgefordert Tennis und Golf endlich wieder zu erlauben. In Tschechien darf schon wieder gespielt werden. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat es im ORF zumindest in Aussicht gestellt: "Es wird strikt unterschieden werden je nach Sportarten. Am Tennisplatz gibt es einen großen Abstand, drum wird das schon sehr bald wieder möglich sein."

Aber was dann folgt, fürchtet Sven Korsch. Denn für ihn geht es nicht, dass kein Fußball aber Tennis gespielt wird: "Meine Meinung ist, alle oder keiner." Auch wieder richtig, auf eine Neiddebatte im Sport, kann man in Coronazeiten tatsächlich am lockersten verzichten.