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Kickers-Stadion Würzburg: Klagen gegen Stadionausbau vor Gericht | BR24

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Schon seit mehreren Jahren wird in Würzburg über einen Umbau des Stadions am Dallenberg diskutiert.

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    Kickers-Stadion Würzburg: Klagen gegen Stadionausbau vor Gericht

    Den Anwohnern ist das Stadion der Kickers in Würzburg zu hell und zu laut – ein Ausbau würde das noch verstärken. Deshalb klagen sie nun schon seit 2014 gegen die Stadt und deren Bauvorhaben. Jetzt wird die Klage erneut gerichtlich verhandelt.

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    Von
    • Carolin Hasenauer

    Seit 2014 klagen die Anwohner am Dallenberg in Würzburg unter anderem wegen der Lärmbelästigung durch das dortige Kickers-Stadion. Heute findet die Berufungsverhandlung am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München statt. Anwesend sein werden trotz Corona alle Beteiligten: Also Anwohner, Vertreter der Stadt Würzburg und die Würzburger Kickers. Vorab wolle man sich inhaltlich nicht äußern, sagt Johannes Bohl, Anwalt der Anwohner, auf BR-Nachfrage.

    Streitthemen: Licht und Lärm

    Streitthema ist der Ausbau des Kickers-Stadions am Würzburger Dallenberg: Seit dem Aufstieg der Mannschaft in die Zweite Liga drängt die Frage des Ausbaus mehr denn je, weil das Stadion aktuell nicht den Vorgaben des DFL entspricht. Konkret handelt es sich um sechs Spiele, die in der aktuellen Saison Freitagabends im Kickers-Stadion am Dallenberg gespielt werden. 18.30 Uhr ist Anpfiff – noch vor 21 Uhr wird das Licht aus gemacht. Trotzdem: Den Anwohnern sind die Spiele zu laut und zu hell.

    Beteiligte hoffen auf eindeutiges Ergebnis

    Würzburgs Bürgermeisterin und Sportreferentin Judith Jörg vermutet sogar, dass die seit 2014 ausstehenden Klagen abgewiesen werden, weil die sich noch auf den alten Bauantrag beziehen, in dem von 10.000 Zuschauern die Rede ist. "Das wäre uns überhaupt nicht recht. Für die Stadt und die Kickers wäre eine klare Aussage am besten, um weitere Schritte gehen zu können." Der Berufungsprozess sollte eigentlich schon am 18. Dezember 2020 verhandelt werden, wurde aber wegen "infektionsschutzrechtlicher Bedenken" der drei Parteien verschoben.

    Rechtsstreit schwelt seit fast sieben Jahren

    Die Klagen der Anwohner von 2014 gegen Bauvorhaben der Stadt und der Kickers den Stadionausbau betreffend, standen 2016 zur Verhandlung vor dem Würzburger Verwaltungsgericht und wurden abgelehnt. 2017 hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof eine Berufung gegen die Entscheidung zugelassen.

    Weiteres Hindernis beim Ausbau: Grundwasser

    Und zum Rechtsstreit mit den Anwohnern kam im Sommer 2020 ein weiteres Hindernis: Das gesamte Gelände liegt in der Wasserschutzzone der Trinkwassergewinnung Mergentheimer Straße. So müssten bei Planung und Bau die Auflagen zum Trinkwasserschutz beachtet werden. Das heißt, das Stadion etwas in den Untergrund einzulassen, ist nicht möglich, weil sonst nicht genügend Abstand zum Grundwasser, das sich am geplanten Bauplatz in 10 bzw. 17 Meter Tiefe befindet, gewährleistet werden könnte, so im Gutachten des Würzburger Ingenieursbüros.

    Stadtrat will den Stadionausbau am Dallenberg

    Darüber war aus Lärmschutzgründen im Vorfeld nachgedacht worden. Dennoch: Würzburgs Bürgermeisterin und Sportreferentin Judith Jörg spricht sich ganz klar für den 1967 eröffneten Standort am Dallenberg aus. Auch die Stadt und der Verein wollen diesen ungern verlassen. "Alle Fraktionen favorisieren diesen Standort. Unter anderem, weil Logistik und Infrastruktur schon vorhanden sind", sagt Jörg, die sich seit dieser Amtszeit in einer eigens gegründeten Steuerungsgruppe für die Stadion-Pläne einsetzt. Nicht nur, weil sie selbst Fußballfan ist, auch "weil das ein riesiges Benefit für Würzburg als Sportstadt ist – ein Zweitliga-Stadion hat ja letztlich eine bundesweite Ausstrahlung."

    Trotz Niederlagen in der Zweiten Liga: Ausbau soll kommen

    Und auch für Daniel Sauer, Vorstandsvorsitzender der Würzburger Kickers, ist die Stadionfrage extrem wichtig für den Erfolg des Vereins: "Wir wollen wettbewerbsfähig sein gegenüber den anderen Zweitliga-Vereinen. Da gibt es viele Vereine, die mit ihren gewohnten Stadion-Infrastrukturen Vorteile gegenüber uns haben. Die wollen wir nach und nach minimieren."

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