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Keine Zuschauer im Stadion: Was passiert mit den Dauerkarten? | BR24

© BR24 Sport/Eva Hübener

Das war ein echter Dämpfer aus der Politik für viele Fußballfans: Nach der Absage für eine zeitnahe Rückkehr in die Stadien ist die Euphorie und die Hoffnung, bald wieder dabei zu sein, "mitten im Geschehen", erstmal getrübt.

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Keine Zuschauer im Stadion: Was passiert mit den Dauerkarten?

Die Absage für eine zeitnahe Rückkehr der Zuschauer in die Stadien war für viele Fußballfans ein echter Dämpfer. Für die Vereine stellt sich jetzt die Frage, was machen sie mit den Dauerkartenbesitzern?

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Von
  • Eva Hübener
  • BR24 Sport

Die Hoffnung, mitten im Geschehen bald wieder dabei zu sein, ist für die Fußballfans erst mal getrübt. Die Vereine müssen sich überlegen, was sie den Anhängern anbieten, die entweder schon Dauerkarten haben oder noch welche kaufen würden.

Variante "Herz": kein Anspruch auf Rückerstattung, dafür Rabatt im Fanshop

Der TSV 1860 München hat zwei Modelle entwickelt. "Die Variante eins wird die sein, bei der die Fans keinen Anspruch auf Rückerstattung haben. Also der Fan kauft eine Dauerkarte, und unabhängig davon, ob wir ihn ins Stadion lassen dürfen oder eben leider nicht, geht das Geld an uns. Er bekommt im Gegenzug einen Sonderrabatt im Fanshop und ein besonderes Trikot, mit dem die Mannschaft einmal auflaufen wird und das es ansonsten nicht zu kaufen geben wird“, erklärt Rainer Kmeth, Pressesprecher der Löwen über die Version mit "Herz".

Variante "Kopf": Dauerkarte ohne finanzielles Risiko

Für alle Löwenfans, die ein finanzielles Risiko vermeiden wollen, bleibt die Version mit "Kopf": "Die zweite Variante mit 'Kopf' ist für diejenigen, die gerne ins Stadion gehen, aber das finanzielle Risiko nicht eingehen wollen, das Geld komplett zu verschenken, wenn man nicht ins Stadion darf. Dadurch hat der Fan einen kompletten Rückerstattungsanspruch, verliert aber nicht seinen Anspruch auf eine Dauerkarte in der darauffolgenden Saison – auch, wenn er sich alle Spiele komplett rückerstatten lässt.“

Greuther Fürth setzt auf die Solidaritätskarte

Was bei den Sechzgern "Herz" oder "Kopf" ist, definieren die Verantwortlichen bei der SpVgg Greuther Fürth als "Flex" oder "Soli". Immanuel Kästlen, Leiter Medien und Kommunikation beim Kleeblatt, baut bei der "Solidaritätskarte" auch auf die Kulanz der Fans: "Weil viele Fans uns schon im Vorfeld versichert haben, dass sie auf Rückerstattungsansprüche verzichten werden, ist das auch für die neue Saison angekündigt und deswegen gibt es auch die Solidaritätsdauerkarte für alle Fans, die uns schon vorher signalisieren: Egal, wie viele Spiele stattfinden, wir verzichten auf eine Rückzahlung."

Im übertragenen Sinne also eine edle Spende. Wer auf seinen Geldbeutel aber genauer achten muss, hat die Chance auf die "Flexi-Card": "Bei der Flex-Dauerkarte kauft man nicht ein Ticket für 17 Spiele, sondern man bekommt einen Online-Code, den kann man während der Saison 20/21 einlösen, sodass man beispielsweise auch mit zwei Personen immer mal wieder vorbeischauen kann, um eine gewisse Flexibilität zu haben."

Jahn Regensburg wartet noch ab

Beim SSV Jahn Regensburg herrschen dagegen noch Zweifel, wie es mit dem Kartenverkauf weitergeht. Dauerkartenbesitzer behalten den Anspruch auf ihr Kontingent auf unbestimmte Zeit. Beim Tagesgeschäft, sagt Cornelius Knappe, Leiter Vermarktung Privatkunden beim Jahn, wartet man die Entwicklung erst noch ab. "Im aktuellen Fall sind wir da noch nicht ganz konkret und stimmen uns noch mit den Behörden ab. Wir möchten erst mal eine ungefähre Zahl haben, um zu wissen, wie viele Personen kommen dürfen. Es macht für uns keinen Sinn, 5.000 Karten zu verkaufen, wenn nur 1.000 Zuschauer kommen."

Alle Vereine stehen vor der neuen Saison unter Zugzwang, was den Ticketverkauf angeht, aber nicht nur in Regensburg ist die Hoffnung groß, dass es bald wieder im "Normalzustand" weitergeht. "Wann ein Zutritt wieder möglich ist zum Stadion, das lässt sich heute noch nicht beurteilen. Wir wollen natürlich wieder mit Zuschauern spielen, können es aber noch nicht beurteilen, ob das am 1. November sein wird, oder schon am 18. September oder sogar erst am 1. Januar 2021."

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