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Keine Biathlon-Ziele mehr: Laura Dahlmeier hört auf | BR24

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Laura Dahlmeier aus Garmisch-Partenkirchen, eine der erfolgreichsten Biathletinnen aller Zeiten, beendet überraschend mit 25 Jahren ihre Karriere. In einem emotionalen Abschiedsbrief erklärte sie, dass sie keine Biathlon-Ziele mehr habe.

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Keine Biathlon-Ziele mehr: Laura Dahlmeier hört auf

Laura Dahlmeier aus Garmisch-Partenkirchen, eine der erfolgreichsten Biathletinnen aller Zeiten, beendet überraschend mit 25 Jahren ihre Karriere. In einem emotionalen Abschiedsbrief erklärte sie, dass sie keine Biathlon-Ziele mehr habe.

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"Es ist Zeit, Servus zu sagen." So beginnt Laura Dahlmeier ihre Abschiedsverkündung auf ihrer Webseite. Die Biathletin, unter anderem Doppel-Olympiasiegerin und siebenmalige Weltmeisterin, nennt vor allem fehlende Ziele als Hauptgrund. "Ich bin überzeugt, dass man Ziele braucht. Wahre Ziele, die einen antreiben, die einem alles bedeuten und für die man alles in die Waagschale werfen würde. Solche Ziele durfte ich mir während meiner Karriere erfüllen. So viele, dass heute kein 'Biathlon-Ziel' mehr auf meiner Liste steht", schreibt Dahlmeier.

Als entscheidenden Knackpunkt nennt Dahlmeier die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang, wo sie zwei Goldmedaillen gewann. "Ich empfinde es als größtes Geschenk, dass ich an diesem Tag mein gesamtes Potenzial zu 100 Prozent ausschöpfen durfte, und ich weiß heute ganz genau: Besser kann ich es nicht! Es war das perfekte Rennen bei schwierigsten Bedingungen", schreibt sie über den Olympia-Sprint.

"Meine Entscheidung fällt mir wirklich nicht leicht und mein endgültiger Entschluss durfte nun schon länger reifen", so Dahlmeier weiter: "Ich denke, das Leben besteht noch aus so viel mehr, als nur aus Leistungssport. Und ich bin jetzt bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen."

"Aus is und gor is und schod is dass wohr is ;)" (Aus ist es und vorbei ist es und schade ist es dass es so ist.) Laura Dahlmeier auf ihrer Webseite

Laura Dahlmeier - die Karriere einer Ausnahmebiathletin

Wie viele deutsche Wintersport-Talente fand Dahlmeier, die wie Felix Neureuther für den SC Partenkirchen aktiv war, früh den Weg auf die Ski. Erstmals versuchte sie sich schon mit sieben Jahren im Biathlon. Bis dahin war sie auch im Alpinsport unterwegs.

Erstmals in den Fokus der Biathlon-Öffentlichkeit rutschte Dahlmeier beim Europäischen Olympischen Jugendfestival 2011 im tschechischen Liberec. Die damals 17-Jährige gewann Gold im Sprint, Einzel und mit der Mixed-Staffel. Kurz zuvor hatte sie bei ihren ersten Junioren-Weltmeisterschaften zwei Mal Bronze (Verfolgung, Staffel) gewonnen.

Kurios: Weltcupdebüt gleich bei einer Weltmeisterschaft

Der Durchbruch zwei Jahre später: Im österreichischen Obertilliach wurde Dahlmeier gleich drei Mal Junioren-Weltmeisterin: im Sprint, im Einzel und mit der Staffel. Der Lohn: Der Deutsche Skiverband (DSV) nominierte Dahlmeier auch für die nur eine Woche später stattfindende Biathlon-WM im tschechischen Nove Mesto, wo sie mit der Staffel Fünfte wurde.

Weil im Biathlon Weltmeisterschaftsrennen auch gleichzeitig zur Weltcupwertung zählen, war das Staffelrennen gleichzeitig Dahlmeiers Weltcupdebüt. Ihr erstes Einzelrennen im Weltcup folgte nur eine Woche später in Oslo: Im Sprint wurde sie Siebte. 2013, im Jahr des Durchbruchs, erhielt Dahlmeier den "WinterStar"-Preis des BR Fernsehens und den Bayerischen Sportpreis in der Kategorie "Herausragende Nachwuchssportlerin".

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Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier hat im Alter von nur 25 Jahren ihre Biathlon-Karriere beendet. Nach zwei Mal Olympia-Gold fehlen der Partenkirchnerin die Ziele.

Laura Dahlmeier: Höhepunkt Hochfilzen 2017

Was folgte, ist eine unbeschreibliche Karriere mit einer reichhaltigen Medaillensammlung: zwei Mal Gold und ein Mal Bronze bei Olympischen Winterspielen (Pyeongchang 2018, Sprint, Verfolgung, Einzel), sieben Mal Gold, drei Mal Silber, fünf Mal Bronze bei Weltmeisterschaften zwischen 2015 und 2019. Der Höhepunkt zweifelsfrei die WM 2017 in Hochfilzen, wo Dahlmeier fünf Goldmedaillen gewann. In diesem Jahr gewann sie den Sonderpreis beim Bayerischen Sportpreis. 2018 erhielt sie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Silberne Lorbeerblatt für ihre sportlichen Erfolge bei den Olympischen Spielen.

Die Kehrseite der Karriere: Immer wieder stoppten Laura Dahlmeier Krankheiten. Mal "nur" Halsschmerzen oder Husten, manchmal Infekte – viel zu oft konnte Dahlmeier, die passionierte, naturnahe Bergsteigerin, viel zu spät in eine Saison starten oder musste mittendrin Pausen einlegen.

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Ski alpin oder Biathlon? Die Garmisch-Partenkirchnerin probierte zunächst beides aus.

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Gleich in ihrem ersten "richtigen" Wettkampfjahr 2011 sorgte Dahlmeier für ein paar Ausrufezeichen.

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Die Junioren-WM 2013 in Obertilliach dominierte sie fast nach Belieben: drei Mal Gold (Einzel, Sprint, Staffel), ein Mal Silber (Verfolgung).

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Aufgrund ihrer starken Leistungen bei den Juniorinnen nominierte der DSV Dahlmeier 2013 gleich für die "richtige" WM in Nove Mesto.

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Nach der WM kam Dahlmeier auch im Weltcup häufiger zum Einsatz. Es folgten erste Top-Ten-Plätze und in Sotschi erstmals ein Sieg mit der Staffel.

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Bei ihren ersten Olympischen Winterspielen 2014 blieb Dahlmeier ohne Medaille.

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In Antholz im Januar 2015 stürmte die damals 21-Jährige im Sprint auf Platz drei - der erste Einzelpodestplatz.

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Zwei Wochen nach ihrem ersten Podestplatz stand Dahlmeier im Weltcup erstmals ganz oben: Sie gewann am 7. Februar 2015 den Sprint in Nove Mesto.

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Bei der Biathlon-WM 2015 in Kontiolahti feiert sie ihren ersten Titel - in der Staffel. In der Verfolgung schnappte sie sich zudem Silber.

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Bei der WM in Oslo 2016 feierte Dahlmeier mit Verfolgungs-Gold ihren ersten Einzeltitel und sammelte noch eine Silber- und drei Bronzemedaillen.

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WM 2017 in Hochfilzen - der Karrierehöhepunkt: Fünf Mal Gold und ein Mal Silber - sie ist die erfolgreichste Teilnehmerin einer WM aller Zeiten.

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Bei Olympia 2018 im südkoreanischen Pyeongchang gewann Dahlmeier Gold in Sprint und Verfolgung und Bronze im Einzel.

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Zum Abschluss ihrer Karriere gab es noch zwei Bronzemedaillen bei der WM in Östersund 2019.