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Die Katar-Debatte geht wenige Tage nach der Jahreshauptversammlung in die nächste Runde. Beide Seiten kündigen Gespräche an und wollen gemeinsam nach Lösungen suchen.

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"Kalter Geschäftsmann" - Ott will Dialog und kritisiert Hainer

Die Katar-Debatte geht wenige Tage nach der Jahreshauptversammlung in die nächste Runde. Beide Seiten kündigen Gespräche an und wollen gemeinsam nach Lösungen suchen.

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Vier Tage und ein Bundesliga-Spieltag sind seit der turbulenten Jahreshauptversammlung des FC Bayern vergangen. Doch auch nach dem Sieg gegen Bielefeld ist der "Katar-Antrag" das alles beherrschende Thema an der Säbener Straße 51. Zu chaotisch das Ende der Mitgliederversammlung, zu präsent die Pfiffe, zu laut die Rufe, die einen Rücktritt von Präsident Herbert Hainer forderten.

Man müsse "das alles erstmal sacken lassen", sagte Michael Ott am Sonntag in einem Interview mit der Sportschau. Das Bayern-Mitglied hatte versucht, mit einem Antrag auf der JHV am vergangenen Donnerstag eine Ende des Sponsoring mit der Katarischen Staatsairline Qatar Airways herbeizuführen. Der FC Bayern ließ dies nicht zu. Als schließlich auch der Spontan-Antrag Otts nicht zugelassen wurde, kippte die Stimmung auf der Mitgliederversammlung.

Ott über Katar: "Fronten sehr verhärtet"

Mittlerweile scheinen sich die Gemüter etwas beruhigt zu haben. Beide Seiten haben bereits Gespräche angekündigt und wollen in den Dialog treten. "Das hat natürlich jetzt Wunden aufgerissen, und man muss schauen, wie man wieder zusammenkommen kann. Das kann ja jetzt kein Dauerzustand sein, dass sich die Fronten so sehr verhärten", sagte Ott.

Hainer: FC Bayern wird Kommunikation überdenken

Um das zu ändern soll es klärende Gespräche zwischen den Verantwortlichen und Fanvertretern geben, bestätige Hainer am Montag gegenüber dem Kicker. "Wir analysieren sehr genau, wie es zu diesem Verlauf der Jahreshauptversammlung kommen konnte", sagte der FC-Bayern-Präsident und zeigte sich selbstkritisch. "Wir werden daraus lernen, und es steht fest, dass wir die Kommunikation mit unseren Mitgliedern überdenken und intensivieren werden."

Zudem soll es Gespräche mit den drei Mitgliedern geben, denen Hainer die Möglichkeit genommen hatte, sich auf der JHV zu äußern, indem er die Versammlung vorzeitig beendete und somit Redebeiträge nicht mehr vorgetragen werden konnten.

Ott gibt Präsidium Mitschuld an Katar-Eskalation

Worte, die Ott gerne hören wird. Denn auch er gibt dem Präsidium eine Mitschuld an der Eskalation vom Donnerstag: "Vielleicht hat das Präsidium durch seine sehr harte Verweigerungshaltung das Thema sogar noch größer gemacht, als es geworden wäre, wenn man sich einfach souverän in die Debatte getraut hätte", sagte Ott.

Besonders Hainer hatte ihn offensichtlich mit seinem Verhalten enttäuscht: "Ich hatte mir eigentlich erhofft, dass mit Herbert Hainer irgendwie ein sachlicherer Ton einziehen wird", sagte Ott. "Letztendlich war es tatsächlich eher dann so, dass der kalte Geschäftsmann ein bisschen ohne Verständnis für die Gemüter der Fans da aufgetreten ist."

Entfremdung zwischen Verein und Fans

Er sieht in der Katar-Debatte den Beleg für eine zunehmende Auseinanderdriften zwischen Fan-Basis und den Verantwortlichen. Die JHV zeige seiner Meinung nach, "dass sich da der Verein auch von seinen Fans entfremdet". Er hoffe, "dass das nicht dauerhaft so bleiben wird".

Die Debatte ist also lange noch nicht vorbei. Wieviel Raum sie einnehmen wird, liegt nun an den beiden Parteien und wie sie miteinander umgehen. Helfen, den Fokus wieder mehr auf das Sportliche zu legen, wird auch der nächste Bundesliga-Gegner. Am Samstag fährt der FC Bayern nämlich nach Dortmund. Im Topspiel zwischen Platz eins und zwei könnten die Münchner Weichen in Richtung der zehnten Meisterschaft in Folge stellen - oder weitere Negativ-Schlagzeilen schreiben.

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