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Phantom-Tor Thomas Helmer
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Phantom-Tor Thomas Helmer

In der 26. Minute "traf" Helmer zur 1:0-Führung für den FC Bayern - tatsächlich aber rollte der Ball am linken Pfosten vorbei. Doch Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers erkannte das "Tor" auf Hinweis des auf der gegenüberliegenden Seite stehenden Assistenten Jörg Jablonski ("Der Ball war eindeutig drin!") an. Und diese Entscheidung bewegte die Fußball-Fans: In der ARD gab es zu diesem Thema einen Brennpunkt mit dem Titel "Voll daneben - Das Tor des Jahres", die FIFA war auch nicht amüsiert und drohte kurzzeitig mit einem Ausschluß der DFB-Elf von der WM 1994 in den USA.

"Ich werde immer noch darauf angesprochen", sagt Helmer rückblickend. Dass der Nationalspieler beim 2:1 der Bayern noch ein zweites Mal - und zwar korrekt (65.) - trifft, ist längst vergessen. Das Spiel wird neu angesetzt, die Bayern gewinnen (ohne Helmer-Tor) 5:0 und werden Meister - der Club dagegen steigt am Saisonende ab.

"Ich könnte mich an kein einziges Tor unsererseits aus diesem Spiel erinnern, weil immer dieses Trauma drauf war. Ich habe mir nur gedacht: Augen zu und durch. An mehr kann ich mich nicht erinnern." Thomas Helmer

Helmer "Werde nur auf dieses Tor reduziert"

Phantom-Tore gab es vorher wie nachher in der Bundesliga. Das erste durch Reinhold Wosab (Borussia Dortmund) 1965, dessen Schuss durchs Außennetz ins Tor gelangte. Das bislang letzte durch Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) 2013 auf ähnliche Art in Sinsheim. Keines aber ist so bekannt wie das von Helmer. Osmers erhielt damals Morddrohungen. "Ja, hab' ich denn jemanden umgebracht?", empörte er sich. Helmer wird nur ungern auf das Tor angesprochen - manchmal denke er, "ich werde nur auf dieses Tor reduziert. Aber es gehört mehr zu meiner Karriere dazu."