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Bildrechte: picture alliance/dpa/Tilo Wiedensohler

Wird für Deutschland bei Olympia in Tokio auflaufen: Der Franke Johannes Thiemann (rechts), hier im Duell mit Brasiliens Rafael Luz.

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Johannes Thiemann: Der Franke auf Medaillenjagd in Tokio

Weil er in Trier geboren wurde, haben ihn selbst Basketball-Experten nicht als Franken auf dem Zettel. Doch Jahre seiner Kindheit lebte Johannes Thiemann im Kreis Forchheim. Inzwischen ist er bei Alba eine feste Größe, nun wartet Olympia auf ihn.

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Von
  • Florian Weber

Seit 2016 lebt Johannes Thiemann nicht mehr in Franken, trotzdem hat der Center-Spieler, der in Neunkirchen am Brand im Landkreis Forchheim aufgewachsen ist, seine Heimat nie vergessen: "Natürlich bin ich gefühlter Franke! Ich habe ja hier die prägenden Jahre meines Lebens verbracht." Seine Mutter lebt noch hier, seine Großeltern, seine Schwester. "Ich habe jede Menge Freunde hier. Und meine Freundin kommt aus Bamberg", sagt der 27-jährige Nationalspieler. Geboren ist Thiemann in Rheinland-Pfalz in Trier, weil seine aus Franken stammende Mutter dort studierte. Sein Vater kommt aus Kamerun, er ist allerdings schon vor langer Zeit in seine Heimat zurückgekehrt. Nun steht der gefühlte Franke bald bei den Olympischen Spielen in Tokio auf dem Parkett.

Johannes Thiemann: Vom Dorffußballer zum Basketball-Star

Die Sportbegeisterung wurde Thiemann in die Wiege gelegt. Seine Mutter war Turnerin, er selbst hat als Kind begonnen beim TSV Neunkirchen Fußball zu spielen. Erst als er zu groß wurde und vom Mittelfeld in die Verteidigung wechseln sollte, habe er den Spaß am Fußball verloren, erzählt der Basketballer. Sein Sportlehrer habe ihn dann zum Basketball gebracht. Mit 15 Jahren begann Thiemann den Sport zu betreiben, der ihn jetzt zu den Olympischen Spielen bringt. "Dribbeln und Werfen ging am Anfang gar nicht, aber ich denke inzwischen geht das", sagt der Olympiateilnehmer mit Augenzwinkern. Seine ersten Basketball-Schritte machte er beim TB Erlangen und den leistungsorientierten "Franken Hexern".

Erste Profistation Bamberg, Durchbruch in Ludwigsburg und Berlin

Mit 16 Jahren ist Thiemann zu Hause ausgezogen und lebte fortan in einer Basketball-WG in Bamberg. Hier spielte er vor allem in der 2. Liga für den Bamberger Kooperationspartner Baunach. In der Erstligamannschaft von Brose Bamberg kam er nur selten zum Zug, zählte aber offiziell zu den Meistermannschaften 2013, 2015 und 2016.

So richtig Fahrt hat seine Karriere dann ab 2016 in Ludwigsburg aufgenommen. Thiemann reifte zum Nationalspieler, holte mit Alba Berlin die Meisterschaften 2021 und 2020 und hat sich jetzt auch den Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen erfüllt.

Der Traum von der Olympia-Medaille in Tokio

Überraschend haben sich die Deutschen Basketballer beim Qualifikationsturnier in Split unter anderem gegen Gastgeber Kroatien, Russland und Brasilien durchgesetzt und damit das Olympia-Ticket für die Spiele in Tokio gelöst.

"Ich habe noch einen Tag gebraucht um zu realisieren, was wir da geschafft haben. Man fährt zu Olympia, hat geschafft, was ganz ganz wenige Sportler schaffen", erzählt Thiemann. Und der einstige Dorffußballer aus Franken träumt weiter: "Natürlich wollen wir in Tokio den Spirit mitnehmen und etwas erleben, aber wir nehmen uns auch was vor. Wir haben schon einige überrascht, warum soll das bei Olympia nicht nochmal möglich sein", so Thiemann.

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