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Jodbaden am Tegernsee: ein Jungbrunnen für den Körper | BR24

© Christoph Schempershofe

Der Tegernsee

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    Jodbaden am Tegernsee: ein Jungbrunnen für den Körper

    Beim Sport sollten sich Anstrengung und Entspannung die Waage halten. Auf Aktivität folgt Regeneration. Der Körper schöpft Kraft und kann neue Bewegungsmuster abspeichern. Im Tegernseer Tal lassen sich diese beiden Komponenten ganz prima verbinden.

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    Egal, ob das Laub raschelt oder Schnee liegt: Im Tegernseer Tal kann man zu jeder Jahreszeit sportlich unterwegs sein. Die Berge umrahmen den See und bieten sich zum Wandern oder Nordic Walking geradezu an. Sie sind nicht besonders hoch oder steil, so dass für jeden Sport-Typen das Richtige dabei ist. Und zur Entspannung oder Regeneration geht’s ins Jod-Schwefelbad nach Bad Wiessee.

    Beim Nordic Walking kommt es auf die richtige Technik an. Die Stöcke werden neben dem Fuß eingesetzt, sie fungieren gerade beim Bergaufgehen als "Lift", an denen sich der Körper nach oben zieht. Und beim Bergabgehen entlasten sie die Gelenke. Sportwissenschaftler Andreas Hasenknopf ist davon überzeugt, dass Nordic Walking mehr ist als "Gehen mit Stöcken": "Der Kreislauf wird angeregt, das Immunsystem profitiert, die Herzarbeit wird effizienter. Und gegen Rückenleiden ist Nordic Walking sowieso nur zu empfehlen.“

    Zellenaufbau und Stärkung der Immunabwehr

    Im Zusammenspiel mit der Bewegung an der frischen Luft kann das Jodbaden in Bad Wiessee seine ganze Wirkung entfalten. Dass Jodbaden gut bei Gelenkschmerzen oder Durchblutungsstörungen ist, wusste man schon lange. Jetzt hat das Institut für Ecomedicine an der Paracelsus-Universität Salzburg in einer Studie untersucht, wie sich Wandern oder Nordic Walking und Heilbaden auf den Alterungsprozess auswirken.

    Es werden alte Zellen, die im Körper sind, schneller abgebaut und dadurch neue aufgebaut. Das unterstützt die Immunabwehr, man ist resistenter, zum Beispiel gegen Erkältungen. Und natürlich tut es gut, einfach mal nichts zu tun. 20 Minuten sitzen die Badegäste in dem warmen Wasser, das direkt aus der Jod-Schwefelquelle in die Wanne strömt. 20 Minuten nichts tun - nur entspannen. Merken, wie die Muskeln locker werden und die Gedanken abschweifen können. Einfach loslassen.

    Nach der Badezeit sollen die Gäste noch eine halbe Stunde ruhen. Dazu werden sie in ein Tuch gewickelt und mit einer warmen Wolldecke zugedeckt. So wird die Wirkung des Heilwassers verstärkt und die Entspannung gefördert.

    Jodschwefel-Quellen zufällig entdeckt

    Dass es im Alpenvorland die stärksten Jod-Schwefelquellen Deutschlands gibt, wurde eher zufällig entdeckt: 1441 sollen die Mönche aus dem Kloster Tegernsee schon Steinöl gefunden und verwendet haben. 1909 wurde dann nach Öl gebohrt, in der Hoffnung auf Erdöl. Das wurde zwar auch entdeckt, aber in viel zu geringen Mengen. Dafür stieß der niederländische Ingenieur Adrian Stoop auf die Jodschwefel-Quellen. Schon 1910 wurden die ersten Bäder abgegeben. Zur Zeit entsteht ein Neubau, der im Frühjahr 2020 bezogen wird. Dann wird das Jodbaden noch schöner.